Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 4 (1926)
- Issue
- Heft 9 (September 1926)
- Article
- Sabbat
- Date
- 1926-09-01
- Page
- Seite 496 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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496 MENORAH liegt eingeschlossen in den Weihesprüchen bei Beginn und Schluß des Sabbats. Gepriesen seist Du, Ewiger, unser Gott, der uns durch seine Gebote geheiligt und an uns Wohlgefallen gefunden hat, uns in Liebe und Wohlwollen seinen heiligen Sabbat gegeben hat als Erinnerung an das Schöpfungswerk. Denn es ist der Tag des Beginnes heiliger Berufungen, Andenken an den Auszug aus Mizrajim. Denn uns hast Du erwählt und geheiligt vor allen Völkern und Deinen heiligen Sabbat gabst Du uns in Liebe und Wohlwollen; gepriesen seist Du, der den Sabbat heiligt." — „Gepriesen seist Du, Ewiger, unser Gott, der zwischen Heilig und Unheilig scheidet, zwischen Licht und Dunkel, zwischen Israel und den Völkern, zwischen dem siebenten Tag und den sechs Tagen der Arbeit; gelobt seist Du Gott, der zwischen Heilig und Unheilig unterscheidet." — Eines der jüngsten Preislieder auf den Sabbat, ,,lecho Dodi" nimmt einen Ehrenplatz im Freitagabendritus ein. Die „Prinzessin Sabbat" Heinrich Heines würde trotz ihrer Schönheit diesen Kreis doch nur verunzieren. Denn dieses sentimentalen Spottvogels Sabbatgedicht gibt doch nur schwach die Empfindungen wieder, welche den rechten Juden erfüllen, wenn er den Sabbat grüßt. Hier könnten alle späteren und spätesten, jungen und jüngsten Dichtungen und Gesänge erwähnt werden, die so mannigfach sind, daß sie je nach Landes- und Ortsgebrauch variieren. Anders sind sie im Orient, anders im Okzident. Und welche Innigkeit und Sinnigkeit entfaltet sich in den zahllosen „Zemiroth", gesungen bei den Sabbatmahlzeiten, besonders bei der „dritten Mahlzeit", welche als Spezialauszeichnung des Sabbat und geradezu als Höhepunkt gilt, auf welchem die „Sabbatseele" ihre Hymnen singt. Denn der jüdische Mensch hat am Sabbat eine „zweite Seele", wofern er eine erste hat. Es ist der allem irdischen Kummer entrückte jüdische Mensch, der hier zur Sprache kommt, der in seiner gottverbundenen Ausgeglichenheit und Seelenruhe durch Ewigkeitsgedanken und ErlösungshofTnung geweiht ist, den Messias in Elijahu hanabi grüßt, paradiesische Träume träumt und eine beglückte Menschheit im ewigen Sabbat der Zukunft sieht. Daraus sind auch alle Erzählungen des Talmud und Midrasch zu erklären, die den Sabbat loben; von Tannaiten und Amoräern, die ihr ganzes profanes Leben auf den Sabbat richteten und den Werktag als Vorbereitung zum Empfang des Sabbat betrachteten, wie das irdische Leben als Vorbereitung für das ewige Leben; die vielen Legenden und Erzählungen vom Glück und Segen, die der Sabbat bringt, von Weihe des Hauses und der Familie, Durchgeistigung und Heiligung der Persönlichkeit durch die Feier des Sabbat. So erklären sich Sätze wie: „Wenn