Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 4 (1926)
- Issue
- Heft 9 (September 1926)
- Article
- Sabbat
- Date
- 1926-09-01
- Page
- Seite 495 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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SABBAT 495 richten; doch der siebente Tag ist Sabbat dem Ewigen, deinem Gotte; du darfst keinerlei Arbeit verrichten; nicht du noch dein Sohn, deine Tochter, dein Sklave, deine Sklavin, dein Haustier, der Fremde in deinem Tore. Denn, sechs Tage hat Gott Himmel und Erde geschalten, das Meer und was in ihm ist und hat am siebenten Tage geruht. Deshalb hat Gott den Sabbattag gesegnet und geweiht." Hier ist Arbeitseinstellung für Mensch und Tier, Herrn und Sklaven geboten und mit dem Hinweis auf die Schöpfung begründet. Das allein genügt, die bisher unerreichte ethische Höhe zu kennzeichnen, welche dem Sabbat innewohnt als religiössoziale Errungenschaft, um die sich die Menschheit Jahrtausende gemüht hat und um willen welcher schwere soziale Kämpfe gekämpft worden sind. Die Hauptvariante des zweiten Dekalogs liegt in der Zwecksetzung „Damit ruhe dein Sklave und deine Sklavin so wie du" und ,.denke daran, daß Du ein Sklave warst im Lande Mizrajim usw.; darum befiehlt dir dein Gott, den Sabbat zu beobachten". Das heißt: Der Sabbat ist soziale Pflicht! VII. Kein Wunder fürwahr, daß der so erhöhte Sabbat als ein ewiges Unterscheidungsmerkmal, als untilgbares Charakteristikum und Zeichen angesehen ward in dem Worte: ,,Behüten sollen die Kinder Israels den Sabbat, ihn zu halten in allen kommenden Zeiten einen ewigen Bund; zwischen mir und den Kindern Israels ist er ein ewiges Zeichen dafür, daß Gott in sechs Tagen Himmel und Erde geschafTen und am siebenten Tage gefeiert hat". Diese Verkündigung ist Kernstück der Sabbatgebete und Weihesprüche geworden. An beinahe hundert Stellen der Heiligen Schrift ist vom Sabbat die Rede. Ein Beweis für seine Bedeutung aber auch der unendlichen Mühe, welche es gekostet hat, ihn einzuwurzeln. Dafür sind auch die Erzählungen vom Holzsammler und Mannasegen ein Beweis. Wir haben es in diesen Stücken mit Äußerungen des Volksempfindens zu tun. Nicht mit zwangsmäßig aufgenötigten Ukasen harter Gesetzgeber oder Bullen eigensinniger Priestertyrannen. Daß im späteren Synagogenritus dem Sabbat ein Ehrenplatz eingeräumt wurde, den er in nachklassischer Zeit nicht nur behauptete, sondern in stets wachsendem Maße erhielt, wird uns selbstverständlich erscheinen. Hatte zur Zeit des Tempelbestandes das Sabbatopfer eine Sonderstellung und wurde ihm ein eigener Psalm gewidmet, so ist das Gebet immer mehr bemüht, ihn zu verherrlichen. Aus allen Gebeten, die ihm gewidmet sind, geht untrüglich hervor, wie unsagbar tief Wohltat und Segen des Sabbats empfunden worden sind. Der gleiche Geist