Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 4 (1926)
- Issue
- Heft 9 (September 1926)
- Article
- Sabbat
- Date
- 1926-09-01
- Page
- Seite 494 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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494 MENORAH eines der Endziele, als ein Fundament jüdischen Gemeinschaftslebens erkannt und gepriesen, mit dem Strahlenglanze ewiger Dauer und Ursprungs aus Schöpfungstagen umgeben; als der größte Schatz aus Gottes Schatzkammer bezeichnet, als Juwel der Gotteskrone. In geradezu dithyrambischer Weise wird seine Wichtigkeit und Hoheit gefeiert. Es gibt nichts außer Gott selbst, was von nun an von Lehrern und Führern des Volkes in solcher Art verherrlicht worden wäre, wie der Sabbat. Unzählige Stellen unserer klassischen und nachklassischen Literatur legen dafür Zeugnis ab. Der lebendigste Zeuge aber ist der Sabbat selbst, wie er sich im Lauf der Jahrhunderte entwickelt und erhalten hat als ein Palladium des jüdischen Volkes, um dessentwillen, wie um den Glauben an Gott die äußersten Opfer an Gut und Blut gebracht worden sind; der aber auch ein Bewahrungs- und Erhaltungsmoment war; ein „Zeichen" unwandelbarer Treue, hartnäckiger, unbeugsamer Kraft des Glaubens bis zum Martyrium; ein lebendiges Dokument religiöser und nationaler Größe und Würde, stolzen Selbstbewußtseins und demütiger Ergebenheit. Die lapidaren Grundgesetze für den Sabbat waren in der Thora niedergelegt. Das drückt sich auch in alten Überlieferungen aus, die gewiß nicht wörtlich zu nehmen sind, aber in ihrer Tendenz — sie sind tendenziös — erkennen lassen, welche einzigartige originale Stellung man dem Sabbat zubilligte. Daß zum Beispiel die Erzväter bereits den Sabbat beobachtet hätten und daß er, wie gesagt, von Gott selbst gehalten worden sei; es sollte dadurch sein höchstes Alter und seine höchste Weihe bekundet werden, abgesehen von dem wundervollen Gedanken, daß die Ruhe mit in das Schöpfungswerk gehöre. Das sagen die bekannten Sätze des Buches Genesis, die wir im Freitagabendgebete und beim Weihesegen wiederholen und die als Zeugenaussage für die Anerkennung Gottes als Schöpfer gelten. „So wurden vollendet Himmel und Erde mit ihrem ganzen Heer. Gott hatte vollendet am siebenten Tage sein Werk, das er gemacht hatte und ruhte am siebenten Tage von all seinem Werk, das er gemacht hatte. Gott segnete den siebenten Tag und erklärte ihn für heilig, weil er an ihm geruht hat von all seinem Werk, das er schaffend gemacht hatte." Es ist klar, daß diese Sätze den Sabbat bereits in seiner höchsten Blüte und Vollendung kannten und seine weihende Wirkung auf das ganze Volksleben. Sie setzen eine höhere Entwicklungsstufe des Sabbat voraus als selbst die beiden Dekaloge im II. und V. Buch Moses. Diese beiden Sabbatgesetze lauten: „Denke an den Sabbat, ihn zu heiligen. Sechs Tage magst (sollst) du arbeiten und all dein Werk ver-