Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 4 (1926)
- Issue
- Heft 9 (September 1926)
- Article
- Sabbat
- Date
- 1926-09-01
- Page
- Seite 493 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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SABBAT 493 Ezechiels schließen, die er an die um ihn versammelten Ältesten hielt (Kap. 20), in der in eindringlicher Weise auf strenge Beobachtung des Sabbat hingewiesen wird. Diese Rede erinnert inhaltlich und formell an die Ermahnungen des Deuteronomiums: „Ein Zeichen zwischen Gott und Israel" wird der Sabbat genannt. Es ist ein großer historischer Rückblick und Ausblick des großen Lehrers des Exils. Die Rede zeigt uns einerseits den tiefen religiösen Verfall, anderseits die Wiedergeburt religiösen Geistes und dessen Neuerstehung aus vorhandenen Resten, das Erwachen neuer Einsichten. Man hat es hier mit einer Reformation im besten Sinne zu tun, einer Neugestaltung, die an alte Überlieferungen anknüpft und den Kampf gegen falsche Assimilation und Heidentum auf allen Linien aufnimmt. Nur auf diesen Grundlagen und so vorbereitet konnten Ezra und N e h e m i a dem heimgekehrten Teile des jüdischen Volkes den Sabbat mit aller Strenge einschärfen. Sie kamen nicht mit leeren Händen. Brachten sie doch die Thora mit, deren großer Inhalt bei der Masse des Volkes in Vergessenheit geraten war. Die alte Thora, welche seit Moses gegeben, sich wohl bei den Besten von Geschlecht zu Geschlecht fortgepflanzt hatte, aber nicht in die Herzen aller eingedrungen war. Sie mußte aufs neue zusammengefaßt, zu einem Ganzen zusammengeschlossen werden. Die Grundlehren für das ganze jüdische öffentliche und private Leben mußten niedergelegt und fest verankert werden. Schon einmal war dieser Versuch mit Erfolg gemacht worden. Es war unter König Josia gewesen, unter dessen Regierung in weitausgreifender religiöser Propaganda eine restitutio in integrum vorgenommen wurde auf Grund der vergessenen und wiedergefundenen, neu redigierten Thora (Deuteronomium), so daß zum Beispiel das Pessachfest mit besonderer Feierlichkeit begangen wurde, wie es seit Richterzeiten nicht mehr gefeiert worden war. Der zerrissene historisch-religiöse Zusammenhang der Gegenwart mit uralter Vergangenheit wurde wieder hergestellt. Dasselbe geschah nun wieder. Jetzt aber in so energischer, tiefgründiger Weise, daß die religiöse Wiedergeburt epochal und mit dauernder Wirkung erfolgte. Zentrale Stellung nimmt da mit dem reinsten, geläuterten Monotheismus und in dem großen, das ganze Leben erfassenden Gesetzeskomplex der Sabbat ein, so daß er im Wandel der kommenden Zeiten jüdischer Geschichte, einmal auf den Thron gehoben, seine dominierende Stellung bewahrt und seine Position mit allen zu Gebote stehenden Mitteln gefestigt wird, weil seine sittliche Kraft, sozialethische Bedeutung, erzieherische und lebenerhaltende religiöse Potenz von allen Faktoren anerkannt und unter unermüdlichem Krafteinsatz gelehrt und gepredigt wird. Er wird geradezu als