Mannheim
Compact Memory

Menorah · 1926-09-01 · Heft 9 (September 1926) · p. Seite 491

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
4 (1926)
Issue
Heft 9 (September 1926)
Article
Sabbat
Date
1926-09-01
Page
Seite 491 (sequence 5)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
92% known words query
IRI
…/2912821-2912853-2912862-2918154--03681-2918242
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

SABBAT 491 Die Stelle beweist aber deutlich, daß der Sabbat in voller Entwicklung und Wirklichkeit war. Ebenso beweist dies H o s e a (2): „Ein Ende setze ich ihrer Freude, ihrem Erntefest, ihrem Neumond und Sabbat und all ihren Festtagen; ich ahnde die Baalstage, an welchen sie ihnen opferten, mit Ring und Geschmeide schmückten und den Buhlen nachliefen." Hieher gehört auch die klassische Stelle des Jesaiah (1): ,,Höret das Wort des Ewigen, Ihr Sodomsrichter; Horchet auf unsres Gottes Weisung, Leute von Amorah! Was sollen mir Eure vielen Opfer? Satt bin ich der Brandopfer von Widdern und des Fettes der Mastkälber; das Blut der Farren mag ich nicht. Wenn Ihr mich aufsuchet, wer hat das verlangt von Euch? Ihr sollet meine Vorhöfe nicht mehr zertrampeln; Eure Opfergabe ist mir ein Greuel; Neumond und Sabbat kann ich nicht ertragen, Fasten und Feiern ist mir verhaßt." Das geht gegen alle Götzendiener des Volkes, die trotz Neumond und Sabbat bei ihren Greueln verharren; womit natürlich nicht gesagt ist, daß der scharf züchtigende Prophet etwa den Sabbat ausrotten wollte; nur einen solchen Sabbat, wie ihn manche begehen, haßt er. daraus geht aber gerade hervor, daß es einen richtigen, heiligen Sabbat gegeben hat, der von vielen geschändet und entstellt wurde; die größere Menge hielt ihn ofTenbar; im Gegenteil; es ist deutlich, daß der Sabbat tief ins Volk gedrungen war. Die Strafrede geht gegen alle schwindelhaften Betbrüder und Betschwestern, Augenverdreher und Gottestäuscher aller Zeiten. Der wahre Sabbat aber bleibt in allen Ehren. V. In diesen Kreis gehört auch die Stelle, an welcher der Prophet Jeremia (17, 19fT.) den Königen und dem Volke einschärft, den Sabbat zu heiligen, „wie es den Vätern befohlen war", mag sie auch weit jünger sein, als sie sich ausgibt. Zu welcher sittlichen Höhe die Sabbatidee emporgestiegen war, zeigt eine Rede des Deutero-Jesaia (Kap. 55 und 56): ,,So spricht der Herr: Hütet Recht, übet Gerechtigkeit, denn nahe ist mein Heil, es kommt; meine Gerechtigkeit, sie wird offenbar. Heil dem Menschen, der fügendes tut, dem Erdensohn, der daran festhält: Den Sabbat hütet, ihn nicht zu entweihen; seine Hand hütet, irgend ein Böses zu tun. Nicht spreche der Fremde, der sich Gott anschließt, Gott scheidet mich aus aus seinem Volke, es sage nicht der Verschnittene, ich bin ein dürrer Baum; vielmehr spricht Gott: Den Verschnittenen, die meine Sabbate halten und nach dem trachten, was mir wohlgefällt,

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.