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Menorah · 1926-09-01 · Heft 9 (September 1926) · p. Seite 489

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
4 (1926)
Issue
Heft 9 (September 1926)
Article
Sabbat
Date
1926-09-01
Page
Seite 489 (sequence 3)
Language
German
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SABBAT 489 Es ist also anzunehmen, daß die hebräischen Stämme bei ihrer Auswanderung aus Ur (Terachiden, Abrahamiden) die Siebentagwoche kannten und aufgenommen haben. Kannten sie ja auch von dorther das Zwölfmonatjähr, die zwölf Tierkreisbilder, die Zwölfteilung des Tages in Doppelstunden, die wir bis heute haben. II. Und doch ist trotz scheinbarer Ähnlichkeiten des Schabbat mit jenem Tage des Adar-Saturn die Kluft eine schier unüberbrückbare; die Brücke wird nur durch die kritische Religionsforschung geschlagen. Es gibt das Wort schabatuv oder schapatuv im Assyrisch-Babylonischen als Bezeichnung für den 7., 14. und 28. eines Monats, und 7. des Ululu (Ellul). Aber nur dieses einzigen Monats: Das war ein „umu limnu", das heißt, ein schlimmer Tag; ein Tag der Scheu vor Dämonen, wie die vielbesprochenen sogenannten babylonischen Sabbatvorschriften beweisen, er wird allerdings auch „um nuch libbi" „Tag der Herzensruhe" genannt. Diese Sabbatvorschriften gelten aber, soweit wir wissen, nur für bestimmte Monate und Persönlichkeiten. „Der Herrscher der großen Völker soll kein gebratenes Fleisch essen, den Leibrock nicht wechseln, nicht opfern; der König den Wagen nicht besteigen, keine Entscheidung fällen; der Magier nicht prophezeien, der Arzt nicht Hand anlegen an den Kranken." Oder eine Vorschrift für den siebenten Tischri: „Kein Schweinefleisch essen; ehelichen Umgang vermeiden, den Fluß nicht überschreiten, kein Badehaus betreten." Das oben erwähnte Wort schapatu findet sich auf einer Liste von Tagesbezeichnungen; es bedeutet an der Stelle einen Vollmondstag. Neumond und Vollmond sind seit Urzeit Festtage. Es scheinen Spuren vorhanden zu sein,daß auch bei den Hebräern und Israeliten der Sabbat einst auch ein Vollmondstag war. Das wird vielfach aus der Nebeneinanderstellung von Chodesch (Neumond) und Schabbat (Vollmond?) erschlossen. Speziell der 15. Nissan als Vollmondstag ist noch in der späteren Gesetzgebung als Sabbat bezeichnet. — Die Schlüsse, die aus diesen Tatsachen von den Forschern gezogen werden, sind weitgehend, bedeuten aber für das Wesen des jüdischen Sabbat nur wenig. III. Richtig und entwicklungsgeschichtlich wahr ist Folgendes: Leiseste Ansätze zum Sabbatgedanken haben die Hebräerstämme sicher aus der babylonischen Heimat mitgenommen und vielleicht auch im Ge-

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