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Menorah · 1926-09-01 · Heft 9 (September 1926) · p. Seite 488

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
4 (1926)
Issue
Heft 9 (September 1926)
Article
Sabbat
Date
1926-09-01
Page
Seite 488 (sequence 2)
Language
German
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488 MENORAH Die Zurückführtmg des Sabbat auf die Befreiung aus Ägypten hat ihren klaren Grund in der Tatsache der sozialethischen Motivierung der Sklavenruhe an diesem Tage. Ein Niederschlag dieser hohen Idee liegt in der Überlieferung von der Einführung des Sabbat unter dem Pharao der Bedrückung auf Vorschlag des Moses; weshalb der Sabbat ein „Geschenk und Besitz des Moses" genannt wird. An eine Nachbildung irgend eines ägyptischen Ruhetages ist nicht zu denken, wenn auch das Wort als babylonisches Lehnwort im Ägyptischen sich findet (Hommel). Die Ägypter kannten die siebentägige Woche nicht. Anders steht es mit einem Hinweis auf Babylonien-Assyrien, wenn auch nicht viel ergebnisreicher. Wir wissen (Schräder, Studien und Kritiken, 1874), daß bei diesen die siebentägige Woche und Benennung der Tage nach den sieben Planeten schon sehr frühzeitig im Gebrauch war, eine Institution, die bei allen Kulturvölkern der Welt bis zum heutigen Tage weiterwirkt. Die siebentägige, durch das ganze Jahr hindurchrollende Woche kannten aber auch sie nicht. Das ist eine jüdische Geistestat. Woher die Israeliten sie haben, wissen wir nicht. Auf die Frage, warum die Woche sieben Tage hat, gab, wie erwähnt, die Schöpfungsgeschichte Antwort; die Geistesgeschichte weist auf die sieben Planeten hin und auf Saturn (Adaru) den Stern, der Regent des siebenten Tages ist. „Es hat keine Zeit gegeben, in der ein Orientale bei den sieben Tagen nicht an die sieben Planeten gedacht hat" (Jeremias). Darin ist Allisrael sicher durch Babylonien beeinflußt und hier ist nicht einmal ein Unterschied zwischen vor- und nachexilischer Zeit; ebensowenig in der Heiligung des Sabbat wie in der Anschauung, ihn für jede Arbeit als untauglich zu halten, weil er ein dies nefastus ist. Wir haben es also in Babylonien wirklich mit einer siebentägigen Woche zu tun. Es muß aber bemerkt werden, daß entgegen diesen Feststellungen die Benennung Schabbat" mit Saturn nichts mehr zu tun hat. Die spättalmudische Benennung des Saturn als „Schabbatai" ist aus dem Worte „schabbat" bezogen. Daß sich astralastrologische Vorstellungen an den Sabbat knüpfen, ist zweifellos. Die unbedingte Anerkennung astralen Einflusses auf das Erdgeschehen ist bei den alten Hebräern ebenso sicher erwiesen, wie etwa bei den Babyloniern. Die „Entsprechungen", das heißt, die Uber einstimmun g irdischer Vorgänge mit himmlischen gehören mit zum Urbestande der Weltanschauungslehre der vorderasiatischen Völkergruppe, also auch der Hebräer. Und gerade der Saturn als Sabbatstern (Schabbatai) gilt im Talmud als Unglücksstern, unter dessen Einfluß unternommenes Werk mißlingt und unter ihm Geborene sind todesgeweiht; ihr Werk kriegerisch.

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