Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 4 (1926)
- Issue
- Heft 8 (August 1926)
- Article
- Gespräche über Kunst, Judentum und Judenstaat
- Date
- 1926-08-01
- Page
- Seite 469 (sequence 3)
- Language
- German
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GESPRÄCHE ÜBER KUNST, JUDENTUM U. JUDENSTAAT 469 manti scher Gegenwart und Iiis lorischem Heroismus klar wird. Malen Sie den Bau des Monlefiore-Viertels mit Menschen aus der Makkahäerzeit. Malen Sie jüdische Geschichte in dem Ihnen vertrauten jüdischen Land — David malle ,den Schwur der Horalier' und man hört die Marseillaise im Herzen der jungen Römer erklingen — malen Sie Juda Makkabi im Chaluzhemd, malen Sie Hagana in Tel Awiw, malen Sie den Karmel, wie ihn Herzl geschaut hat, malen Sie Altneuland .. . das verstehe ich unter dem Wort ,malen Sie den Judenstaat'. Und dann verspreche ich Ihnen namens des jüdischen Publikums der ganzen Welt: Sie werden sich nicht mehr über mangelnde Teilnahme, mangelnde Käufer beklagen müssen. Ich werde Ihnen dann nicht mehr sagen können: warum soll ich einen palästinensischen Expressionisten kaufen, wenn ich einen französischen Meister erwerben kann? Denn dann werden Sie mir das geben, was mir kein Franzose und kein Russe geben kann: Sie werden Palästina malen -- mein Palästina." Der Maler: „Es ist clwas Wahres dran. Man sollte wirklich Historie malen . .." Ich: „Nein. Ich rede nicht von Historie. Ich rede von Gemälden. Malen Sie Landschaften — aber so, daß man fühlt, es ist Heiliges Land, das Sie malen. Dem Sie dienen, statt sich von ihm bedienen zu lassen. Malen Sie heroisches Land mit heroischen Menschen. Malen Sie keine häßliche, keine kranke, sondern gesunde Menschen, gesunde Juden. Max Brod sagle mir einmal: ,Wir brauchen Helden, unsere Chaluzim müssen uns als Helden dienen — nicht im militaristischen Sinne des Wortes, sondern im ästhetischen.' Malen Sie uns viele, viele männlichschöne, gesunde Typen von Arbeitern, starke, gesunde Typen von Arbeiterinnen, frohe, wirklich junge Arbeiterkinder... Auch das