Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 4 (1926)
- Issue
- Heft 8 (August 1926)
- Article
- Der Traumsiedler
- Date
- 1926-08-01
- Page
- Seite 450 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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450 MENORAH doch ist etwas da in meiner Nähe... Eine Insel oder ein Schiff. .. etwas, etwas ist da. Wasser... ja, Wasser. Die rote Unendlichkeit spaltet sich, ich sehe das Wasser, viel, viel, viel, Wasser... und ich höre auch einen Ruf droben im Mastkorb. Unten ertönt eine Antwort. Im Mastkorb unten? Drollig ist dieses wirre Durcheinander. He da. Leute! Hier ist ein Schiffbrüchiger! Niemand hilft? Ich verlasse mich also auf mein Brett. Das Wasser ist so kalt... und der Wind so heiß ... er brennt in meiner Kehle und ich schnappe nach Atem. Oder will mich das Wasser ersäufen? Das Meer ist salzig und bitter, bitter, bitter, bitter. Warum so? Warum muß ich diesen bitteren Trank annehmen? Jemand flüstert mir ins Ohr. Noch einen Schluck, noch einen .. . Jemand? Nein, nur das Meer war es. So breit ist dieses Meer, so tief, so unbarmherzig bitter. Noch einen Schluck! Noch einen. Vögel waten vorbei, ihre Beine sind so lang, daß sie bis auf den Grund des Meeres reichen... Merkwürdig, daß es auf der Welt so langbeinige Störche gibt. Noch einen Schluck! Wärme durchströmt mich jetzt, es krabbelt in mir und das tut mir wohl. Meine Hände werden wie feuriges Eisen ... das Rot verschwindet. Ein Zelt! Über mir wölbt es sich aus grauem Tuch, zuweilen noch rot, wo die Sonne durchscheint.. . hinter meinem Rücken ist nichts mehr. Könnte ich mich umdrehen, so würde ich es sehen ... aber ich kann es noch nicht. Wieder das Geflüster... Das Wasser braust um Nase und Ohren... es siedet und wogt... wieder das Meer! Abermals der Ruf und die bekannte Stimme. Ein Schiff! Ein Schiff! Aber ich höre, wie man antwortet: Still, es ist kein Schiff! Kein Schiff! Es betrübt mich, daß es kein Schiff ist. Ich fühle jedoch, daß es unter mir schaukelt... Eine Stimme läßt sich hören. Ich habe doch gesagt.. . nicht schaukeln! Es stürzt unter uns zusammen! Stürzt zusammen? Sollten wir uns doch auf einem sinkenden Schiff befinden? Ich fange an, mein Leben zu verstehen. Ich fühle, daß ich auf dem blauen Meer fahre... Das Land harrt nun meiner. Das Land? Mir scheint, ich habe es einmal schon betreten. Gehe ich jetzt zurück? Jemand lacht. Nein! Nein! Nein! Dieses Lachen? Ein Sack Reis fällt mir ein, der Samen strömt aus ihm. Ein braunes Gesicht verzieht seine Falten, die Zähne blinken... Hehehe, Reis! Und mir scheint, ich habe Grund unter