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Menorah · 1926-08-01 · Heft 8 (August 1926) · p. Seite 446

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
4 (1926)
Issue
Heft 8 (August 1926)
Article
Bathseba
Date
1926-08-01
Page
Seite 446 (sequence 4)
Language
German
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446 MENORAH mir von Saal zu Saal entfloh, bis ich vom Folgen müde ward. Und da gelangte ich zu dem Altan, sieh dort, zu jenem, der da droben liegt. Und als die Sonne durch die Nebel kam, sah ich den Vogel hier in deinem Garten wieder. Komm, zeige mir den Quell; in ihm, wo er sich allen Blicken fern wohl glaubte, da badete mein Vogel bei dem Morgenlicht. Du, mein Urias, konntest ihn nicht sehen, du warst wohl noch vor Rabba dann. Doch Bathseba vielleicht...?" Sie barg errötend ihr Gesicht im Haar, ob Scham, ob Lächeln nicht zu zeigen? — Es neigte sich der Tag und Schatten füllten schon den Garten. „Was kamst du heut nicht in mein Haus, Urias? War es, weil Nathan ..„Ich sah nicht Nathan, Herr, seit ich von Rabba kam. Mein König, Rabba ist nicht genommen und ich soll im Palaste meines Herrn ruhen, indes das Volk voll Ungeduld noch wartet? Nein, König, meine Stätte ist das Feld, bis unsre Krieger jenen Ort im Sturm genommen. Noch diesen Abend kehre ich zurück." „Bleib mit uns noch eine Zeit, Urias. Schon kommt die Nacht. Nur wenige Stunden sind's bis Rabba..Dann sprachen wir nicht mehr. Man hörte nur den Brunnen rauschen. Das Dunkel war so still und tief . . . wie des Urias Glück ... (Pause.) Doch, Joab: das Begehren! Wie wenn ein Fremder hungrig kommt, so tritt das Wünschen uns in unsre Seele. Joab: Was hindert dich, mein Herr? Nimm doch das Weib! David: ... Ich tat es auch . .. Sein Garten ist so klein, daß auch die kleinste meiner Dachterrassen weit größer ist. Ich habe viel an Gut und Glück. Und doch: für jenes stille Glück gab' ich das alles hin! Es ist so klein, dies Glück, als ob ich nur die Hand zu heben brauchte, um alles zu besitzen ... Joab: Bathseba aber, Herr? David: Bathseba... glaubte ich schöner... Als ich sie endlich in den Armen hielt, da kam mir Zweifel, ob ich sie begehrte, ob nicht den Garten eher . . . Und dann der Wein, das war der Wein, nach dem ich dürstete. Mir war, als ob ein jeder Tropfen die Winkel meines Herzens neu erfrischt, die vordem ganz verdorrt. . . Wie jenes Wasser dort bei Bethlehem, das einst Urias für mein Fieber holen ging, so dürstet wieder mich nach dem, was e r mir bringen kann: sein Glück, und sei es ganz gering... Genug davon. Es geht ja nicht. Bring' du das Weib zurück zu seinem Garten, seinem Haus. Wenn ich allein das Weib begehrte, ja,

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