Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 4 (1926)
- Issue
- Heft 8 (August 1926)
- Article
- Bathseba
- Date
- 1926-08-01
- Page
- Seite 445 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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- Joab 1× ep/1005321
OCR text
BATHSEBA 445 der ... Da ging die Sonne auf, vor Licht und Glanz mußt' ich mein Auge schließen. Als ich dann wieder sehen konnte, sah ich ein Weib, sonst nichts. Mit bloßen Füßen stand sie da im Wasser. Sie schritt bis zu des Brunnen Mitte... und .. . schritt mir mitten in mein Herz. Ich konnte ihr Gesicht nicht sehen, und dunkle Haare deckten ihre Schultern. Doch sah ich ihren weißen Leib... Aus dem gepreßten Herzen drang mir jäh ein Schrei. (Der zu Urias gesandte Diener kehrt zurück.) Diener: Mein Herr, Urias läßt dem König melden.. . David: Daß er nicht kommt?! Diener: Er sprach: Wie sollte ich ins Haus des Königs treten, ehe Rabba eingenommen ist? D a v i d: Es ist gut. (Diener ab.) So will ich zu Urias gehen. Geh, Joab, sage ihm, er soll ein einfaches Mahl bereiten. Ich will sein Gast heut abend sein. (Moab ab.) (Vorhang.) Zweiter Akt. (David sitzt kummervoll Joab steht vor ihm.) David: ... Er wohnt in einem kleinen Garten .. . Weiß war der Tisch in der Weinlaube, darauf das Mahl bereitet stand. ,,Das ist meine Rebe," sagte er, ,,die mir Schatten gibt." Der Schatten in der Laube war so schön ... „Süß ist der Wein, den meine Rebe spendet; koste davon." Da kam sein Weib, Bathseba nennt sie sich, und füllte meinen Becher. Das dunkle Haar floß zitternd um ihr Haupt. Anfangs erkannte ich sie nicht wieder, auch der Garten war mir fremd. Bekleidet schien sie mir noch schöner; ihr Antlitz lächelte . . . Der Garten aber glich nicht dem, der morgens in den Nebeln lag.. . Der Wein, als hätt' ich lang nach ihm gedürstet, floß mir ins Herz .. . wie tiefes Glück. Er füllte es, als wurde mein Gebet erhört, und meine Kräfte wurden wieder jung. Bathseba lächelte, der Garten leuchtete vom Glanz der Liebe des Urias. ,,Das ist mein Glück," so sagte er, „der Garten hier umhegt es ganz. Die Mauer deines Hauses dort schützt es vor kaltem Wind. Ich bin nur dein geringer Diener. Herr.. ." Ich sagte ihm: „Vor der Philister Macht schützt mich dein starker Arm. Doch was bin ich vor Gott? Dich kenne ich als meinen tapfren Krieger, und deinen Garten sah ich heute nacht im Morgennebel liegen. Ich träumte wohl von einem wunderbaren Vogel, der