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Menorah · 1926-08-01 · Heft 8 (August 1926) · p. Seite 444

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
4 (1926)
Issue
Heft 8 (August 1926)
Article
Bathseba
Date
1926-08-01
Page
Seite 444 (sequence 2)
Language
German
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444 MENORAH pheten ... Darüber lächelst du? Weil du seine Macht nicht kennst! Das Volk gehorcht auf seine Rede. Ich selber bin ja stumm, wenn er spricht. Sagt er: „der Ewige", so ist's, als spräche Gott selbst. Ich hörte manchen Propheten; sie redeten und schwiegen dann. Doch dieser Mann will nimmer schweigen! Man muß ihn zwingen, daß er schweigt... Ja, Joab, ich fürchte mich vor Nathan. (Pause.) Es kommt am Tage eine Zeit, da sinkt des Königs Kraft. Es kommt im Leben ein Tag, da fühlt der kräftige Wandrer sich ermatten. In meiner Jugend war ich stark, da hielt ich Zwiesprache mit Gott. Mich hört jetzt der Ewige nicht mehr. Durch meinen Mund spricht Er nicht mehr. Sein Wort ergeht nicht mehr an mich. .. Sein Schweigen aber drückt mich sehr! ... Er s o 11 aufs neue zu mir reden! (Pause.) In den Nächten preßte ich den Namen meines Gottes auf die Lippen, wie eine Mutter ihr totes Kind in die Arme drückt. Ich wärmte meinen Glauben in den gefalteten Händen, um beten zu können. Und da, da hörte ich es über mir wie Flügelrauschen. Ich hatte die ganze Nacht auf Gott gewartet; und wollte sich der Schlaf des Körpers auch bemächtigen, die Seele blieb mir wach! Wie ein Haucli senkte sich der Geist Gottes auf mich herab, ohne Schwere. Wie eine Taube um ihr Nest flattert und zögert, sich niederzulassen: so kam der Geist mir näher. Ich wollte die Taube greifen, erhob den Arm und ging ihr nach von Saal zu Saal bis zu der Gartentreppe. Sie wuchs und leuchtete und manchmal ruhte sie. Doch plötzlich wurden meine Knie schwach, und mutlos war mein Herz, die Taube zu ergreifen. (Pause.) Da lag verborgen ein Altan, der unbekannt mir schien. Der Vogel Gottes hatte sich erhoben und in die Lüfte hoch emporgeschwungen. Mir war, als flöge meine Sehnsucht auch mit ihm... Das war zur Stunde, da der Morgen graut, da bald der Himmel sich belebt. Wie tiefe Becken voller Dunkelheit, so lagen mir zu Füßen weite Gärten. Zu meinem Haus gehören diese Gärten nicht. Durch Nebelschleier drang mein Blick hinein. — Da sah ich in der Tiefe eines Gartens ein Weißes sich bewegen. Ein Brunnen wohl verbreitet stärkern Dunst, und bei dem Brunnen war... ein Weib im Schleier? Oder war es nicht ein heller Flügel an dem Brunnenrand? Ja, ja, das war wie Flügelschlag! Ich glaubte schon, ich sähe meine Taube wie-

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