Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 4 (1926)
- Issue
- Heft 8 (August 1926)
- Article
- Bathseba
- Date
- 1926-08-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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BATHSEBA Ein dramatisches Gedicht in drei Monologen von Andre Gide Freie Übertragung von Gerhard Birnbaum Erster Akt. (David, halb als Priester, halb als Krieger gekleidet, rezitiert ein Gebet, daran er schreibt.) David: „ .. .Auch der Starke wird schwach, auch der Jüngling strauchelt; wer aber auf Gott baut..." fJoab tritt ein,) David: Du bist zu früh gekommen, Joab. Ich habe mein Gebet noch nicht vollendet. Schweige noch. Wo hielt ich doch? Ach ja, so ist's: ,,. .. der wird nicht straucheln. Gott wird von seiner Stärke ihm leihen, wenn er müde wird. Flügel werden ihm wachsen, gleich Adlern." — Was willst du, Joab? Joab: Der Chetiter ist zurück. David: Was ist das für ein Chetiter? Und woher kommt er? Joab: Er liegt vor Rabba und bringt von dorther Nachricht. Sonst ist er nur ein Soldat, ein einfacher Soldat nur, und — wenn mein Herr ... David: Bist du auf ihn eifersüchtig, Joab? Der Chetiter Urias ist der tapferste meiner Krieger. Ich tat nur, als ob ich ihn nicht kenne, um deine Lüge zu vernehmen. Glaubst du, ich hätte vergessen, wer bei Gath die Philister besiegte? Und daß er in Moab zwei Löwen erschlug? Und die vier Riesen, die Söhne des Rafa? Das tat e r! Joab: Vielleicht.. . David: Höre weiter zu: Zur Erntezeit, als ich nach der bitteren Quelle von Bethlehem Durst hatte, wer ging da durchs Lager der Feinde, wer setzte sein Leben daran, mir einen Trunk Wassers zu bringen? Das tat der Chetiter Urias! Tu nicht so, Joab, als hättest du's vergessen. Auf dem Totenbette noch will ich dran denken. Niemand soll sagen können, man hätte dem König gedient, ohne Dank zu ernten. Urias soll heute an meinem Tische essen. Meine Habe ist seine Habe. Ich erwarte ihn, laß es ihm sagen! (Joab gibt einem Diener ein Zeichen und sagt ihm des Königs Auftrag.) David: Er ist mit Nathan befreundet? Joab: Mit Nathan, dem Propheten, ja, Herr... David: Geh noch nicht. (Schweigt eine Zeit.) Ich . .. fürchte den Pro-