Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 4 (1926)
- Issue
- Heft 8 (August 1926)
- Article
- Anteil der Juden an den geographischen Entdeckungen
- Date
- 1926-08-01
- Page
- Seite 440 (sequence 14)
- Language
- German
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440 MENORAH phische Gesellschaft in Philadelphia und später die Geographische Gesellschaft für Amerika ins Leben rief, die dann das von ihm begonnene Werk fortsetzten. Die Stellung, die Heilprin in der Geschichte gebührt, kann wohl nicht nachdrücklicher gekennzeichnet werden, als durch die Worte, die Kommandant Peary selbst, anläßlich des allzu frühen Todes Heilprins, am 17. Juli 1907, über ihn schrieb: „Meine eigene Verpflichtung Heilprin gegenüber ist besonders groß. Mehr als jemand anderem ist Angelo Heilprin der rührige Anteil Amerikas an den arktischen und antarktischen Arbeiten während der letzten fünfzehn Jahre zu danken. Nur seinem Interesse und seinem Glauben an meinen ersten Plan, den ich im Jahre 1891 der Akademie der Naturwissenschaften vorlegte, habe ich es zu verdanken, daß die genannte Organisation meinen Plan sich zu eigen machte, und daß das Interesse für Polarforschungen seit dieser Zeit immer mehr anwuchs." Wie nach dem Süden und Norden, führen uns die Fahrten jüdischer Entdecker auch nach dem fernen Osten. An die Namen Poljakow, Oppenheim (Mesopotamien), Merzbacher (Mittelasien) und Vambery u. a., reiht sich neuerdings der des Erforschers des chinesischen Ost-Turkestan: Dr. Aurel S tein, eines ungarischen Juden. Stein unternahm seine Reisen vor allem zu archäologischen Zwecken und die Ergebnisse seiner Forschung sind nach dem Urteil des Professors der Wiener Universität Brückner auf diesem Felde ebenso bahnbrechend, wie die Forschungen Sven Hedins auf dem Gebiete der physikalischen Geographie. Trotz des archäologischen Zieles, das Stein sich gesetzt hatte, haben seine Reisen aber auch eine sehr wesentliche Erweiterung unserer Kenntnis der Geographie jener Regionen gebracht. Stein wurde 1862 in Budapest geboren; dort und in Wien lebt seine Familie. Nach Vollendung seiner wissenschaftlichen Ausbildung trat er in englische Dienste und wurde dem indischen Unterrichtsdepartement zugeteilt, bei dem er zu einer hohen Stellung gelangte. Noch während des Weltkrieges hat er einen wichtigen Auftrag der englischen Regierung ausgeführt. In den nordwestlichen Provinzen Indiens tätig, erfuhr Stein, daß aus der Provinz von Chotan in Chinesisch-Turkestan, im innersten Herzen. Asiens, auf Holz geschriebene uralte Dokumente mit buddhistischen Texten in einer altindischen Schrift und Sprache durch einheimische Schatzgräber nach Indien gelangt waren. Stein erkannte als Archäologe und Orientalist sofort die außerordentliche Bedeutung dieser Funde für die Wissenschaft und so reifte in ihm im Jahre 1897 der Plan einer wissenschaftlichen Expedition in die Umgebung von Chotan. Bisher war nirgends im chinesischen Turkestan eine