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Menorah · 1926-08-01 · Heft 8 (August 1926) · p. Seite 438

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
4 (1926)
Issue
Heft 8 (August 1926)
Article
Anteil der Juden an den geographischen Entdeckungen
Date
1926-08-01
Page
Seite 438 (sequence 12)
Language
German
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438 MENORAH wieder hergestellt, trat er 1891 in deutsche Dienste. Der deutsche Kaiser begrüßte ihn telegraphisch mit den Worten: „Bei Ihrer endlichen Rückkehr von dem Posten, welchen Sie über elf Jahre mit echtdeutscher Treue und Pflichterfüllung heldenmütig behauptet haben, begrüße ich Sie gern mit meinem Glückwunsch und meiner kaiserlichen Anerkennung." Ganz Europa, ja alle Welt hatte Emins Schicksal mit höchster Spannung verfolgt. Am 23. Oktober 1892 wurde er mitten im tiefsten Afrika von Eingeborenen ermordet. Seine Forschungsergebnisse sichern ihm, trotz politisch gefärbter Angriffe allerneuesten Datums, den Ruf eines der größten Entdecker aller Zeiten. Vor Emin Pascha hatten schon andere Juden, der französische Offizier Louis Gustav Binger und der englische Archäologe Nathan David, Afrika bereist, insbesondere Nathaniel I s a a c s (1808 bis 1840) Ostafrika durchforscht und beschrieben und der französische Kapitän Edmond Foa bei der Durchquerung Südafrikas sein Leben gelassen. Und wer das Buch des Herzogs von Mecklenburg über Afrika durchblättert, stößt auf eine ganze Reihe von Juden, die als Händler und politische Agenten in Afrika tätig waren und noch sind. Juden als Dolmetscher und politische Agenten in den verschiedensten Zeiten und Zonen wären ein besonders dankbares Thema. Wer zum Beispiel die Lebensbeschreibung des tapferen Nettclbeck, des Verteidigers Colbergs gegen Napoleon, und ähnliche Literatur gelesen hat, wird sich vieler Beiträge hiezu erinnern. Eine unverhältnismäßig große Zahl jüdischer Mäzene hat auch für die erste Expedition des Herzogs von Mecklenburg die Mittel beigesteuert. Wenn wir alle die Juden anführen wollten, die auf diese oder ähnliche Weise Forschungsreisen gefördert haben, so käme außer vielen anderen auch die österreichische Novara-Expedition in Betracht, die in den Jahren 1857 bis 1859 die Welt umsegelt hat und wie das Buch von Scherzer darüber fast auf jeder Seite beweist, durch Juden in den verschiedensten exotischen Gegenden freundliche Förderung erfahren hat. Die medizinische Ausbeute dieser Expedition ist dem SchifTsarzt der „Novara", Dr. Ed. Schwarz, zu verdanken, einem ungarischen Juden, der sich auch als Erfinder eines Instrumentes für Menschenmessung einen Namen erworben hat. Er ist 1862 in Wien gestorben und liegt auf dem Döblinger jüdischen Friedhof beerdigt. Vom glühenden Süden Afrikas führt uns die Kette jüdischer Entdecker in die Region des ewigen Eises. Schon seit dem 16. Jahrhundert finden wir Juden auf den Schiften jener kühnen Helden, die dem höchsten Norden sein Geheimnis entlocken wollen.

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