Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 4 (1926)
- Issue
- Heft 8 (August 1926)
- Article
- Anteil der Juden an den geographischen Entdeckungen
- Date
- 1926-08-01
- Page
- Seite 436 (sequence 10)
- Language
- German
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436 MENORAH monumentales Werk publizieren, das seine Arbeiten, Untersuchungen, Entdeckungen verewigen solle und ihm für seine Anstrengungen den Namen sichern, der ihm gebühre. Und am Schlüsse eines Nachrufes auf Burchardt faßte Sachau sein Urteil über den Heimgegangenen in die Worte zusammen: „Mit ihm ist allzu früh einer der würdigsten Vertreter der deutschen Forschung heimgegangen." Ein anderer berufener Gelehrter, Professor Schweinfurth, sprach sich in folgenden Worten aus: „Ich beklage in ihm vor allem den unendlichen Verlust für die Länder¬ und Völkerkunde, den sein Tod gerade in dem Lande bewirkt hat, das einer der wichtigsten Desiderata der Forschung ausmacht bis auf den heutigen Tag. Wer wird ihn je ersetzen können?" Auf seinen Reisen schrieb Burchardt kurze Tagebücher, die alle erhalten sind und später einmal gesichtet werden sollen. Außer den Photographien von Menschen und Örtlichkeiten veranstaltete er auch solche von Inschriften, die er nach Berlin schickte. Am 19. Dezember 1908 brach er zu seiner letzten Forschungsreise von Berlin auf; sie sollte seinen Plänen nach wirklich die letzte sein; denn er gedachte sein ferneres Leben zur Verarbeitung seiner wissenschaftlichen Notizen zu verwenden. Auf dieser Reise wurde er, genau ein Jahr nach dem Antritt, am 19. Dezember 1909, in Gemeinschaft mit seinem Begleiter Marchese Benzoni, in Jemen, auf dem Wege von Mokka nach Sanaa, ermordet. Wir dürfen den Bericht über Reisen jüdischer Forscher nach Südarabien mit dem Hinweise schließen, daß auch die im Jahre 1898 von der Wiener Akademie der Wissenschaften nach Südarabien und der Insel Sokotra gesandte Expedition in der Hauptsache von dem nunmehr auch verewigten Hofrat D. H. Müller geleitet wurde, der seine erfolgreichen Forschungen über die „Mehri- und Sokotra- Sprache" und ,,-Sagen4 in den Berichten der Wiener Akademie veröffentlicht hat.