Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 4 (1926)
- Issue
- Heft 8 (August 1926)
- Article
- Anteil der Juden an den geographischen Entdeckungen
- Date
- 1926-08-01
- Page
- Seite 434 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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434 MENORAH D. H. Müller, der auch Langers Inschriften publiziert hat, wurde ihm von der Kultusgemeinde eine Denktafel gestiftet (siehe Abb.). Sein Nachfolger in der Erforschung Arabiens war Eduard Glaser aus Deutsch-Rust in Rohmen. Für seine Genialität spricht folgendes Beispiel. Ein englischer Forscher hatte 1892 von einer Reise nach Abessinien den Abklatsch einer wichtigen historischen Inschrift mitgebracht. Es war nur ein Fragment. Der Herausgeber ergänzte es nach rechts. Glaser, der nicht einmal den Abklatsch selbst zu Gesicht bekommen hatte, versuchte es nach links und erklärte mit aller Restimmtheit, daß neun Worte, die und die Buchstaben auf dem Abklatsch fehlten, auf dem Stein aber stehen müßten. Wie überrascht war nun der Äthiopist Professor Litt mann, als er im Jahre 1906 nach Abessinien kam und die Konjektur Glasers bis auf den Buchstaben genau bestätigt fand. Geistig so außerordentlich veranlagt, war Glaser auch körperlich für seine Aufgabe wohl vorbereitet. Der Sohn armer Eltern, die nebst einem kleinen Handel Landwirtschaft betrieben, hatte er schon im Alter von sieben Jahren manche Nacht auf freiem Felde zubringen müssen, um den väterlichen Krautacker zu bewachen. Bei Tage galt es rüstig in der Landwirtschaft mitzuhelfen. Im Alter von 18 bis 20 Jahren, den Jahren 1873 und 1875, unternahm er wiederholt Fußreisen nach Paris, wobei er bis zu 90 Kilometer im Tage zurücklegte. Während seiner militärischen Dienstzeit blieb er bei den schwierigsten Märschen nicht nur selbst marschfähig, sondern auch imstande, das Gewehr und zum Teil das Gepäck eines Kameraden außer dem eigenen zu tragen. Seine Eltern hatten ihn für den Kauf man nsstand bestimmt, doch mit eiserner Energie hungerte sich Glaser bis zur Hochschule durch. Sein einziger Luxus bestand im Besuche eines Kaffeehauses, um Zeitungen und Zeitschriften lesen zu können. In der Zeitschrift „Das Ausland" las er die Berichte über den Afrikaforscher Livingstone, der übrigens gleichfalls (Löwenstein) ein Jude gewesen sein soll. Da erwachte in Glaser der sehnliche Wunsch, Forschungsreisender zu werden. Er besuchte seit 1873 das Polytechnikum in Prag, bezog dann 1877 die Wiener Universität, an der er hauptsächlich Astronomie studierte. D. H. Müller lenkte sein Augenmerk auf Südarabien, führte ihn auch in die Anfangsgründe des Sabäischen ein. Bevor aber Glaser nach Südarabien ging, bildete er sich erst als Hauslehrer in Tunis zum tüchtigen Arabisten aus. 1882 reiste er nach seinem eigentlichen Ziel, nach Südarabien. Dreimal besuchte er das Land. Manchen heißen Kampf baren Aluminium-Luftschiffes, gest. d. 15. Jänner 1897 im 47. Lebensjahre. Die Erde sei ihm leichter als das Leben."