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Menorah · 1926-08-01 · Heft 8 (August 1926) · p. Seite 430

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
4 (1926)
Issue
Heft 8 (August 1926)
Article
Anteil der Juden an den geographischen Entdeckungen
Date
1926-08-01
Page
Seite 430 (sequence 4)
Language
German
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430 MENORAH c u t o, der als Professor der Astronomie an der Universität zu Salamanca zahlreiche Christen und Mohammedaner zu seinen Hörern zählte. Diese Tabellen, die Kolumbus auf seinen Reisen stets bei sich trug, leisteten ihm unschätzbare Dienste. Ihnen verdankten er und seine Mannschaft einmal die Lebensrettung. Auf seiner letzten Fahrt besuchte er die Küste Veraguas. Kaum hatte er sie verlassen, als sich plötzlich ein so furchtbarer Orkan erhob, daß er umkehren mußte. Von den Seinen verraten, mitten unter feindlichen Eingeborenen, verfiel er auf folgendes Mittel. Mit Hilfe jener Tabellen war es ihm möglich, die den 29. Februar 1504 eingetretene Mondesfinsternis im voraus zu bestimmen. Er berief sofort einige Häuptlinge der Eingeborenen und kündigte ihnen an, daß der Gott der Spanier sehr aufgebracht über sie sei, weil sie ihm und seinen SchifTsleuten nicht genügende Nahrung reichten, und daß dieser Gott als Strafe ihnen das Mondlicht entziehen, sie überdies allerlei drohenden Gefahren erbarmungslos preisgeben würde. Als dann die Nacht anbrach und der Mond nicht sichtbar wurde, erhoben die Kaziken und ihr Gefolge ein schauerliches Geheul; sie warfen sich dem Admiral zu Füßen, versprachen ihn reichlich mit Lebensmitteln zu versehen und baten ihn flehentlich, das Unheil von ihnen abzuwenden. Kolumbus zog sich alsbald, angeblich zu einer Unterredung mit der Gottheit, zurück. In dem Momente, als die dichte Finsternis zu schwinden begann und der Mond aus dem Dunkel hervorbrach, erschien er wieder und offenbarte den seiner harrenden Kaziken, daß ihre Zerknirschung Gott besänftigt habe. Bald strahlte der Mond wieder in seinem vollen Lichte und Kolumbus hatte seinen Zweck erreicht: er wurde nicht mehr angefeindet und reichlich mit Nahrungsmitteln versorgt. Es unterliegt keinem Zweifel, daß Zacuto, den Kolumbus in Salamanca persönlich kennengelernt hatte, ihn auf die eine oder andere ihn interessierende Schrift aufmerksam gemacht, ihm wohl auch seine für die Schiffahrt wichtige Theorie von den Stürmen in den Äquinoktial-Gegenden mündlich mitgeteilt hat. Er gehörte auch zu denjenigen, die zugunsten Kolumbus' und seiner Unternehmung erklärten, daß das ferne Indien, durch große Meere und weite Länderstricha von uns getrennt, dennoch, wenn auch mit Gefahren, erreicht werden könne. Einer der ersten, die das Unternehmen des Kolumbus aus eigenen Mitteln förderten, war der edle aus der jüdischen Geschichte wohl bekannte Don Isaak Abravanel. Und als bereits alles für Kolumbus verloren schien, traten mehrere Persönlichkeiten mit männlicher Entschiedenheit für ihn ein; es waren darunter der bekannte Louis de

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