Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 4 (1926)
- Issue
- Heft 8 (August 1926)
- Article
- Anteil der Juden an den geographischen Entdeckungen
- Date
- 1926-08-01
- Page
- Seite 431 (sequence 5)
- Language
- German
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ANTEIL DER JUDEN AN GEOGR. ENTDECKUNGEN 431 Santangel, Gabriel Sanchez, Alonso de la Caballeria, sämtlich Männer jüdischer Abstammung. Die Vertreibung der Juden aus Spanien steht mit der Expedition des Kolumbus, mit der Entdeckung der Neuen Welt, nicht nur der Zeit, sondern dem Wesen nach in innigem Zusammenhange. Am 30. April, demselben Tage, an dem die Vertreibung der Juden allüberall öffentlich verkündet wurde, erhielt Kolumbus den Befehl, die Flotte zur Fahrt nach Indien auszurüsten. Unter seinen Begleitern, soweit deren Namen auf uns gekommen sind — die vollständige Liste ist verlorengegangen und nicht mehr aufzufinden — befanden sich mehrere Männer jüdischen Stammes, so Louis de Torres, dessen Sprachkenntnisse ihn befähigten, bei Kolumbus Dolmetscherdienste zu versehen, ferner Alonso de la Calle, Rodrigo Sanchez, der SchifTsmeister Gabriel S anchez und der Wundarzt M a r c a. Der Matrose, der zuerst das Land Amerikas erblickte, war ein Marrane. Kolumbus in seiner Geldgier betrog ihn um die Prämie, die der König für denjenigen ausgesetzt hatte, der zuerst das gesuchte Land entdecken würde. Darüber entrüstet, nahm jener Marrane seinen Abschied. Er wandte sich nach Mexiko und kehrte dort zu seinem früheren Glauben, dem Judentum, zurück. Er erzählte dem Kolumbus nach seiner Rückkehr, daß er Eingeborene, sowohl Männer als Frauen, gefunden habe, die ein Kraut anzündeten und im Munde hielten, das sie Tabaco nannten. Dieser Matrose war der erwähnte Louis de Torres. Somit war er der erste Europäer, der den Gebrauch der Zigarre entdeckte. Er ließ sich in Kuba nieder, gewann das Wohlwollen des dortigen Fürsten der Eingeborenen und erhielt vom spanischen Königspaar eine jährliche Pension. Neuerdings wurde sogar von zwei spanischen Gelehrten der Nachweis versucht, daß Kolumbus selbst jüdischer Abkunft und der Enkel eines reichen und angesehenen Juden gewesen sei. Als seine Heimat habe er Genua deshalb angegeben, um seine spanisch-jüdische Abkunft vor der Inquisition zu verbergen. In Wahrheit habe er weder italienisch gesprochen noch eine seiner Schriften in dieser Sprache verfaßt. Auch den Namen Colon, zu deutsch ,,Taube", hat man als Übersetzung des hebräischen Namens „Jona" gedeutet und als Beweis für seine jüdische Herkunft angesprochen. Das Familienarchiv gelangte jüngst in den Besitz des spanischen Staates. Außer den Tabellen Zacutos besaß Kolumbus auch einige Schriften, die den Namen des bekannten Abraham i b n E s r a tragen. Eines dieser Bücher hat er laut einer eigenhändigen Notiz in Salamanca für