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Menorah · 1926-08-01 · Heft 8 (August 1926) · p. [Seite]

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
4 (1926)
Issue
Heft 8 (August 1926)
Article
Anteil der Juden an den geographischen Entdeckungen
Date
1926-08-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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M ENORAH Anteil der Juden an den geographischen Entdeckungen Von Dr. Max Grunwald ie Leistungen jüdischer oder dem Judentume entstammender Ji_M Welt- und Forschungsreisender sind auf verschiedene Beweggründe zurückzuführen. Bald waren es Kaufleute, die ihre Handelsbeziehungen in weite Fernen führten, so daß wir im 9. Jahrhundert einen regelrechten, durch Juden gepflegten Handelsverkehr zwischen dem Westen und dem äußersten Osten vorfinden. Bald waren es diplomatische Aufträge, die einzelne Juden vom fränkischen Norden in das Reich der Kalifen und umgekehrt von Bagdad nach Deutschland führten. Ganz spezifisch jüdisch aber war die Sehnsucht, die schon Mose beseelte, hinauszugehen, um zu sehen, wie es den jüdischen Brüdern ergehe. Eine Sehnsucht, die durch abenteuerliche Botschaften über Reste der zehn Stämme Israels und andere jüdische Reiche im fernen Osten genährt wurde. Aber auch das Los der Heimatlosigkeit trieb viele Juden in die Fremde. Seit dem 17. Jahrhundert ist es bereits rein wissenschaftlicher Forschertrieb, der Juden an ferne Küsten führte. Von zwei kühnen und wissensdurstigen Palästinawanderern hören wir frühzeitig. In der Zeit zwischen dem 2. und dem 3. Kreuzzuge haben zwei westeuropäische Juden das Heilige Land und Babylonien besucht und über ihre Reisen Berichte hinterlassen. Der eine, Petachja aus Regensburg, gelangte von Prag aus durch Polen, Südrußland und Armenien nach Bagdad. Der andere, Benjamin aus T u d e 1 a im KönigreichNavarra, reiste über Südfrankreich, Italien und das byzantinische Reich nach Palästina und Babylonien. Auf dem Rückwege besuchte er Ägypten und Sizilien. Er verzeichnet gewissenhaft, an welchen Orten er Juden angetroffen, wer ihre Vorsteher waren und wie hoch sich ihre Anzahl belief. Da er auch Nachrichten über die Juden in Ländern hinzufügt, die er nicht aus eigener Anschauung kannte, gewinnt sein Werk fast den Charakter einer, wenn auch nicht ganz vollständigen, geographisch-statistischen Darstellung der Verbrei- IV. JAHRGANG AUGUST 1926 NUMMER 8

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