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Menorah · 1926-06-01 · Heft 6-7 (Juni 1926) · p. Seite 400

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
4 (1926)
Issue
Heft 6-7 (Juni 1926)
Article
Palästina
Date
1926-06-01
Page
Seite 400 (sequence 7)
Language
German
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400 MENORAH men, wenn nicht die junge begeisterte Generation sich organisiert hätte unter der Fahne der Schaffung einer arbeitenden Gesellschaft in Erez Israel. Das ist der große Stolz Palästinas und seine Hof fnung: Der Arbeiterstand, der von seinen Menschen fordert, daß die Verwirklichung der Idee der Wiedergeburt von jedem, der zu produktiver Arbeit fähig ist, die Tat verlangt: Der die unsäglichsten Opfer auf sich nahm, Straßenbau unter glühender Sonne, Trockenlegung von Sümpfen in malariaverseuchten Gegenden, Anlage von Siedlungen in noch nicht völlig sanierten Gebieten, Aufbau dieser Siedlungen unter den primitivsten Lebensbedingungen: Der kämpft um die Übernahme der Lohnarbeit in den alten privatwirtschaftlichen jüdischen Kolonien, die ihre persönlichen Vorteile durch Ausnützung der billigen arabischen Kräfte über die nationalen Forderungen stellen. Neue Wege des Zusammenlebens, Wege der Zukunft, wurden von der Arbeiterschaft gefunden, Gemeinschaftsgruppen mit fast religiösem Dienste des einzelnen an der Gesamtheit von ihr gebildet. Heute ist der Arbeiterstand der erste Stand Palästinas. 17.000 Menschen sind in der Histadruth Klalith — der gewerkschaftlichen GesamlOrganisation — vereinigt. 6000 davon leisten Arbeit in den Kolonien, an 5000 sind im Baugewerbe beschäftigt. Eine ausgedehnte Kulturarbeit bezweckt in dem Arbeiter jene Einheit von körperlicher und geistiger Schulung zu erzielen, die das Ideal jüdischer Persönlichkeitsentwicklung darstellt. Diese Kulturarbeit ist um so wichtiger, als die ins Land strömenden Elemente nicht nur aus Pionieren der Arbeit bestehen, die mit großem Verantwortlichkeitsgefühl sich völlig der Idee des Aufbaues der neuen Gemeinschaft widmen, sondern auch aus Kleinbürgern, Menschen, die durch die wirtschaftlichen Verhältnisse aus ihren bisherigen Wohnländern vertrieben, mit wenigen Geldmitteln versehen, ohne produktive Kenntnisse ins Land kommen und hier gezwungen sind, voneinander zu leben. Zwar hat diese Bewegung nur ein Jahr gedauert und ist heute wieder abgelöst durch eine Einwanderung von Ghaluzim, aber sie hat Tausende von Menschen ins Land gebracht, die von ihm nicht rasch verdaut werden können, Menschen, die zu der sich entwickelnden Wirtschaftsgliederung nicht passen. Diese Einwanderung hat zu einer starken und überstürzten Bautätigkeit geführt, die nicht gerade einheitliche und schöne Stadtbilder schuf. Um so hoffnungsfreudiger mag die rasche Reaktion dagegen stimmen, die sich in den Versuchen zeigt, durch einheitliche Entwürfe und Planungen von Siedlungen, Gartenvorstädten, ja sogar durch Anlage ganzer Städte nach bestimmtem Plane (Afuleh, Zentralstadt inmitten der jüdischen Kolonien im Emek) den Forderungen modernen Städtebaues nach Zweckmäßigkeit und Ästhetik gerecht zu werden. Zwei Gebiete sind es vor allem noch, auf denen der palästinensische Aufbau Vorbildliches leistet. Auf dem Gebiete der medizinischen Versorgung und der Aufzucht und Erziehung der Jugend. Land und Volk zu gesunden, ist die Losung der jüdischen sanitären Arbeit in Palästina. Das Land zu sanieren bemüht sich vor allem der Nationalfonds. Im Emek, dem Zentrum der Kolonisation, ist in den letzten

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