Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 4 (1926)
- Issue
- Heft 6-7 (Juni 1926)
- Article
- Palästina
- Date
- 1926-06-01
- Page
- Seite 399 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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PALÄSTINA / JÜDISCHE ERNEUERUNG bis 1924, hat sich der landwirtschaftliche Besitz der Juden genau verdoppelt. 23.000 Menschen, von denen 15.000 in der reinen Landwirtschaft beschäftigt sind, wohnen in sämtlichen Siedlungen. Ein verheißungsvoller Start. Die Schwierigkeiten, Stadtmenschen, die zum großen Teil von geistigen Berufen Kfar jeladim (Die Siedlung der Pogromwaisen) herkommen, ZU Schlafraum der Kinder echten Bauern zu machen, sind ungeheuer. Es wird auch nicht gelingen, ihrer in wenigen Jahren Herr zu werden. Wettgemacht aber wird alle Mühsal durch die Opferfreudigkeit, die Kraft, Entbehrungen zu ertragen, die das Stigma der jungen arbeitenden Generation, der Arbeitspioniere ist. Diese Opferfreudigkeit, die belohnt wird durch das herrliche Gefühl des Wurzelfassens, durch das Gefühl einer beruhigenden. Sicherheit gebenden Verbundenheit mit der Erde, die uns Juden so fehlte und die so wohltuend ist. Wie könnte man diesem Gefühl besser Ausdruck geben, als es A. D. Gordon, der alte Pionier, tat: „Man arbeilet einfach, ohne Künste, manchmal schwer und derb, und doch erlebt man zeilweise etwas, das nicht besser auszudrücken ist, als daß man sich gewissermaßen organisch in die Arbeit der Natur selbst einarbeitet, in ihr Schattin hineinwächst . . . Etwas erfaßt den Menschen so weiten - groß, so himmelweit, so abgrundtief, daß es ihm vorkommt, als ob auch er Wurzel in die Erde schlüge, die er gräbt. . .'; Und nicht nur der Einzelne soll Wurzel schlagen, sondern das ganze Volk. Das ist die große Idee des jüdischen Nationalfonds, der danach strebt, das Recht am Boden dem ganzen Volke zu sichern. Unveräußerlich bleibt das Land Eigentum der Gemeinschaft. 49 Jahre erhält es der Ansiedler gegen mäßige Bodenrente in Pacht. Außerordentlich ist der soziale Wert dieser alt-neuen Institution. Der Bodenspekulation ist ein Riegel vorgeschoben, der unverdiente Wertzuwachs fällt der Allgemeinheil zu, während — entgegen der gewöhnlichen Pacht — das Gefühl, Eigentümer zu sein, die Sicherheit und Beständigkeit gibt, die gerade dem Juden so blutnotwendig ist. In der friedlichen Eroberung des Landes bedeutet die Ansiedlung eine späte Etappe. Nur gering ist die Zahl der mittellosen Menschen, für die die Möglichkeit, kolonisiert zu werden, vorhanden ist. Kaum wäre es daher zu der raschen Entwicklung der Kolonisation gekom-