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Menorah · 1926-06-01 · Heft 6-7 (Juni 1926) · p. Seite 386

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
4 (1926)
Issue
Heft 6-7 (Juni 1926)
Article
Leibesübungen bei den Juden
Date
1926-06-01
Page
Seite 386 (sequence 9)
Language
German
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386 MENORAH von Magdeburg weiß von einem „Hof" zu erzählen, „wo die Juden stachen und tornierten"14). An den seit dem Jahre 1470 in Augsburg auf der Rosenau stattfindenden Roßlaufen und Rennen, verbunden mit Kegelspiel, Wettlaufen, Springen und Stoßen — Wettlaufstrecke 370 Schritte — Hoch- und Weitsprung, Steinstoßen — 45 Pfund — nahmen auch einige Juden teil. Im Jahre 1509 war der Meister in diesen Spielen der „Jude Ott", der oft als der „Herren der Ringer Oesterreichs" bezeichnet wurde15). Jesajah de Trani berichtet16) vom Kegel- und Ballspiel; Immanuel haromi17) von Knaben, die das Kugelstoßen üben. Der einzige ständige „Sport" war das freiwillige oder unfreiwillige Wandern — bekannt sind die „fahrenden Schüle r", die von Akademie zu Akademie manchmal jahrelang wanderten — und, wenn man so will, gehört auch hieher das Schaukeln des Körpers beim Beten und Lernen18). Merkwürdig, fast befremdend erscheinen da die Worte im p'öD § 280 ff. und "D bl § 31 g. E.: pT Stfl DI« Ar b* önn ans jnxniM a^ynön anra miüb n*n:i ,nmö mso nmS Sia ,rpnnS vifen bwi ratpi ♦mra-A in pjypotp in m*n^ pi rvnnb a^n p\x /im» fnaröpai Die Verfasser dieser Minhagim-Werke, die wahrscheinlich auf eine Stelle im Talmud19) anspielen, gestatten also das Springen und Laufen am Sabbat, sofern es nicht zu Verdienstzwecken ausgenützt wird, was bei der Jugend nicht der Fall ist. Aus der Notwendigkeit dieses Erlasses ist wohl auf eine rege Ausübung dieses Sportes zu schließen. — Anderseits wieder gönnte man den damaligen Juden nicht einmal das Tanz en20); dennoch aber drang dies durch und man tanzte selbst am Sabbat. Während der Or. Chaj.21) und Be'er hetew22) das Tanzen am Sabbat mttO ip^b nmö noch mit der Formel beschönigen pöitftP fWl mmn TD3 DB>tt mmS pD^p sieht sich Jesajah der Jüngere (b. Eliah)23) vor der Tatsache, daß die überwiegende Mehrheit dem Tanz am Sabbat ergeben ist, gezwungen, ein Auge zuzudrücken, mit den Worten: "im nnb ron ja^nn i-iök by♦ ♦ .mn a^na a-ont? avn a\w uxi ppis )\s* ♦ ♦ ♦rmtp s"yx Wie ein Lichtstrahl inmitten finsterer Nacht erscheinen uns daher die über Leibesübungen handelnden Werke des Maimonides und seiner Zeitgenossen in dem jeder Körperpflege abholden christlichasketischen Mittelalter. Welch krasser Gegensatz zu der Lebensweisheit der Mönche kommt zum Ausdruck in den Worten Meir Aldavis24) : „Nur wenn dein Körper gesund und kräftig ist und frisch dein Geist, dann kannst du das Diesseits genießen und auf das Jenseits hoffen." Von den zahlreichen Regeln und Vorschriften des Maimonides bezüglich der Leibesübungen hier nur folgendes25). „Es gibt keinen für die Leibesübungen ebenbürtigen Ersatz, sie erregen die natürliche Wärme und bringen die Verdauung des Genossenen in die richtige Regulierung. Mag die Speise noch so schwer verdaulich, mag mal zu viel gegessen sein, die körperliche Übung bringt alles zum Ausgleich; auch der Blutüberfüllung (daher die vielen Aderlässe im Mittelalter, als Surrogat für die Leibesübungen) wird durch die Leibesübung vorgebeugt. Die Gymnastik hebt den Schaden so mancher übler Ge-

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