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Menorah · 1926-06-01 · Heft 6-7 (Juni 1926) · p. Seite 384

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
4 (1926)
Issue
Heft 6-7 (Juni 1926)
Article
Leibesübungen bei den Juden
Date
1926-06-01
Page
Seite 384 (sequence 7)
Language
German
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384 MENORAH ankam, legte man keinen Wert mehr. So bildeten sich die „Athleten" als ein handwerksmäßig die Leibesübungen treibender Sportberuf heraus, ihr einziges Ziel war der Sieg in den öffentlichen Kämpfen vor vielen tausend Menschen. Was früher ein Mittel der Erziehung war, wurde jetzt zum Selbstzweck. Damit verlor die Gymnastik ihre hohe Bedeutung. In ihrem einseitigen Bestreben vernachlässigten die Athleten ihre allgemeine geistige und übrige körperliehe Ausbildung und wurden zu unbrauchbaren Mitgliedern der menschlichen Gesellschaft, deren einziger Vorzug die rohe physische Kraft und Gewandtheit waren. Die wirkliche Gymnastik erhielt sich später nur noch als reine Heilgymnastik, diätetischen und therapeutischen Zwecken dienend. 8) Hiergegen sowie gegen das Nacktturnen, das bei den Griechlingen dazu führte, die beschnittene Vorhaut, als Zeichen ihrer jüdischen Abstammung, durch Manipulationen wieder anzutäuschen, trat das Makkabäergeschlecht auf, nach dem Assimilationsverbote handelnd: Levit. 18. 3. fft$ a/DtP* It^tf D**13CÖ ^IX iTOyttD ♦•oSn vb D,Tmpnm i^yn yh anm k-dö itwt jy» p« ntpyösi kS „Handelt nicht nach Art der Ägypter, wo ihr wohntet und der Kanaaniter, wohin ich euch führe, wandelt nicht nach ihren Sitten!" *) Ned. 38a. B) Bechor. 64a fiftlp *7J733 fiSfit^tt iTUpH «) Edujoth 2, 9 HD!! HDli 7) Sanhedr. 17a Menach. 49a, 65a pnPIÖ "DI HKIO ^Sym rtÖip 'by2 kS** plttiM* 8) Hist. 5, 6ff. ») Sanhedr. 92b. ">) Joma 9b <d*i*o w pDMDöi fivhy mrnöi niöjna mm S^a my^ötto «) So berichtet (j. Chag. 2, l, 77 b 40 pplÖI pBtDÖ pt? pW) flDtn jtt, „Wenn unsere "Weisen gegessen und getrunken hatten, pflegten sie zu singen, zu spielen und zu tanzen, der Mensch soll danach trachten, zu sein (Num. r. 20, 25) *HfcO TDai p Sp „leicht wie ein Adler, flink wie ein Hirsch und stark wie ein Löwe", damit er die Gebote Gottes ganz erfüllen könne. Wer nicht auf seinen Körper achtet, hoißt es Sabb. 152 a, wird frühzeitig alt, frö^ ^jl&t^fi/ vby nar&ip rupn »)Xida. nmn wwnb mb n^n awu,8) etttin 70 a. «*> Pesikta 82b erzählt pÖÖpS 1pÖ3 KEJJ »das ganze Volk strömte auf den Spielplatz." »») Cant. r. zu l, 3 on pos »Tri '*n W itsmö rvn* 16) Lev. v. 12,156 b. npa na mpn pmpn o»ö 'd H^f?rt 1fl1K3# Über das Vorgehen beim Tanze unterrichtet uns j. Bez. 5, 63 a flntf ipty* "np*"| DHK H^ÖI »man hebt den einen Fuß midie Höhe, den andern setzt man auf den Boden l1) Edujoth 3, 5. 18) Sukka 21a, Sota 35a u. a. m. x») j. Sanh. 81. *>) Joma 71 b. ») j. Trumoth VIII, 45d, u. a. m. ») vgl. Tos. Sab. X. 3; X. 2, Num. r. XV. 2. Koh. r. XII. Ii. Tanchuma Behaalothcha § 15, M. Kel. 10, 4; 23, 1; 28, 1 u. a. m. **) vgl. j. Sukkah V nach Seder Hadoroth ed. Warschau 1, 126a.*) j.Taanit 4*5; 69 a 46. pm?Ö V,W DnölK W?lin Höb GfcSö Tlö) p^Dt? 11t3 nnt^n "11*03« Auch „Berufsspieler" gab es bereits damals: Wft aStf TOD** DflS p«tP ♦ ♦ ♦ ^pntPÖ Sanhedr 24b. *) Tos. Sabb. V, (VI) gegen Ende und Sabb. 147 a tf^) ,j?lStP "HIDS pKSCV pJtDTI frPVD Ö'ÖDR 1W «Sx ,D1K TlSn p32TU *) ähnlich in Niddah 24b. «) j. Bm. 5,10, 10c, 72 D^D*»lS ptPlöttl* **) Schürer* II. S. 22. ™) Chron. I. 356. Tootco tco itet eoxaataoav ot louSatot... iv xaiapta *>) Chron. Bonn 1831 S. 389 n. öfter. *») ed. Jellinek. B. h. Bd. V. 32—37. ») Schubart, Ägypten 1922, S. 177ff. M) Jer. Ber. I, 2c; Sota 42b. •*) Jos. Contr. Ap. I. 22. *) Tos. Peah IV.) Nach Tos. Sabb. XVI (XVII) g. E. *>) Genes, r. 77, 3. «) Aggad. Bereschith c. 8, 3 p. 21B. 88) Gittin 57 a. w) Gen. r. 39, 23. *°) Einen Einblick in die Heilgymnastik gewinnen wir in Sabb. 147 a #b) pSöJtflö blü pt^ölPöl pD ,D"y» ^03 ^tPÖtPööl p3D pi ttM P*l*linÖ-f »Man darf salben und massieren am Sabbath, aber nicht turnen und Gewichte heben." *») zu Sabb. 147 a. C. Mittelalter. Der Sieg des Christentums in Europa, für die ethische Kultur und Entwicklung der damals noch rohen Völker von hoher Bedeutung, war für die körperliche Kultur eine Epoche des folgenschwersten Rückganges und der Degeneration. Diese Religion, die mit ungeheurer Macht die Gemüter ihrer Anhänger bis ins einzelnste erfaßte, predigte Askese und Verachtung des irdischen Lebens1). Die Idee des ewigen, seligen Lebens sah in der Askese und im Zölibat die Formen des wahrhaften Lebens — eine Reaktion auf das im grellsten Materialismus da-

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