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Menorah · 1926-06-01 · Heft 6-7 (Juni 1926) · p. Seite 382

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
4 (1926)
Issue
Heft 6-7 (Juni 1926)
Article
Leibesübungen bei den Juden
Date
1926-06-01
Page
Seite 382 (sequence 5)
Language
German
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382 M E N O R A H Schönheit den Frauen, ihre Körperkraft aber ist die von Männern." Vor allem aber gilt das Gesagte für Resch Laqisch, der in seiner Person gewaltige Körperkraft mit Zartheit des Gefühles und hoher Geistesschärfe gepaart vereinigte21). Das Ball spiel, hebr. nna griech. KYQD, crcpotfpa, war unter der männlichen und weiblichen Jugend, bei den Kindern und Reiferen sehr verbreitet22). Man spielte entweder so, daß man sich ihn zuwarf (datatim ludere) "pn,, wobei der Ball von Hand zu Hand kullerte (YTDfiö) und von der anderen Partei aufgefangen (töbpö) wurde, oder man warf ihn in die Höhe oder kräftig gegen die Wand (SfTD) (a'nro-rcpai;^ — expulsim ludere)23). Schließlich nahm das Ballspiel — ähnlich dem heutigen Fußball — derart überhand, daß über dies ganze Städte zugrunde gingen24). Das Laufen DlöTH ,J"ßfn war von jeher ein berühmter Sport. Den Läufern war es erlaubt, selbst am Sabbat in ihrer Sportkleidung auszurücken25). In Sanhedr. 96 a wird uns ein Weitstrecken- und Hindernislauf genau geschildert26). Zahlreiche jüdische Läufer nahmen nicht nur an inländischen Konkurrenzen teil, sondern auch die überseeischen Stadien erblickten jüdische Sieger27). Aus der Zeit Mark Aurels stammt eine Inschrift aus Aphrodisias in Karien, auf welcher der Rat und das Volk der Aphrodisier die Siege in den Wettkämpfen verzeichnen, unter den dort aufgezählten Siegern finden sich auch solche aus palästinensischen Städten28). Über die Beteiligung von Juden an Rennen und Wagenrennen berichten mehrfach Theophanes29) und Mala las30). Von jüdischen Wagenrennen erzählt ein eigener Midrasch pomia'»« fiö1?^31). In Alexandrien gab es sogar jüdische Abteilungen, die dem damals bestehenden Weltverbande „Herakles" angeschlossen waren32). Das Wandern war nicht nur wie später ein Fluch, sondern auch ein Sport des Juden. Etwa vier Ausdrücke kennt dafür der Talmud: S^öö /"iSrtJVT ,mtP; unter dem letzteren Wort verstand man aber nicht nur einen Fußgänger, sondern auch einen, der einen Spazierritt machte. So manche talmudische Erzählung knüpft an ein solches „Wandern" Ein mittelkräftiger Mensch mußte am Tage zehn Parasangen (=40Mil) zurücklegen können33). Gute Bogenschützen waren die Juden von jeher (vgl. oben). In dem Heere Alexanders des Großen war ein Jude der beste Schütze34); die Ausdrücke JOfcö „Zielscheibe" übersetzen Trg. I. Sam. 20, 20 und Trg. Thr. 3, 12, mit KD^D, trotzdem waren die Juden niemals der Jagd XWp, fcovYiYta, ergeben. Dafür aber genoß das Turnen Sdv Ansehen und Verehrung35;. Man darf am Sabbat keine turnerischen Läufe machen, dagegen Spazier gängeS^ö SnK hnynfth mtP3 pn Das Turnen bestand damals in Ringen wmi36), Faust- oder Boxkämpfen pWö87) und Springen38). Die Turnstätte nannte man htyft m Merkwürdig genug bedeutet später Söyn die „Stätte der Tugendhaftigkeit"39).

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