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Menorah · 1926-06-01 · Heft 6-7 (Juni 1926) · p. Seite 349

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
4 (1926)
Issue
Heft 6-7 (Juni 1926)
Article
Jüdische Eigenart und moderne Biologie
Date
1926-06-01
Page
Seite 349 (sequence 2)
Language
German
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JÜDISCHE EIGENART UND MODERNE BIOLOGIE 349 zu verfolgen. Auch die anthropologische Zusammensetzung der Juden ist an anderer Stelle erörtert. Es erweist sich aber als notwendig, die Besonderheiten der Lebensform der heute lebenden Juden aufzuzeigen. Der Begriff „Juden4' in unserer Darstellung umfaßt alle Individuen, die jüdischer Abstammung sind. Die reine Religionszugehörigkeit kann nicht Maßstab sein für biologische Betrachtungen; die Statistiken, zumindest die europäischen, sind Konfessionsstatistiken und daher biologisch nur bedingt gültig. Der Übertritt zur jüdischen Glaubensgemeinschaft bedeutet daher keinen Zuwachs, während anderseits der Austritt aus dem Judentum den Einzelnen zwar aus den Statistiken, nicht aber aus der biologischen Gemeinschaft verschwinden läßt. Es wäre daher von allergrößter Bedeutung, wenn die ernsten Untersuchungen einen weiteren Fortschritt machen würden, die es erlauben, Menschen verschiedener „Blutzusammensetzung" voneinander zu unterscheiden. Einige bedeutsame Veröffentlichungen liegen vor, die besagen, daß es möglich ist, lediglich auf Grund der Blutuntersuchungen, zum Beispiel Großrussen und russische Juden voneinander zu unterscheiden. Hier ist der Punkt, von dem aus es vielleicht möglich sein wird, dem Rassenproblem eine neue und ergebnisreichere Wendung zu geben. Rein theoretisch genommen müßten die dem Stamme Levi angehörigen Juden, also die von Kohanim und Leviten Abstammenden, das reinste Ergebnis liefern, wenn wir auch hier die Möglichkeit von Vermischungen selbst mit nichtjüdischen Stämmen nicht verkennen. Auch für die anthropologische Forschung wäre ein solcher Versuch vielleicht lohnend. Die Frage nach der Artkonstanz (Rassenreinheit) und Rassenmischung, sowie alle anderen biologischen Fragen sind bestimmend beeinflußt durch eine der markantesten Erscheinungen der jüdischen Welt: die Zerstreuung und die Wanderungen. Die Umwelt formt und ändert Körper und Charakter. Der Mensch der Tropen entwickelt sich anders als der der kalten Zonen, der Städter verschieden vom Landbewohner. Menschengruppen sind erst dann in ihren Merkmalen festzulegen, wenn ihr Leben eine langdauernde Stetigkeit erreicht hat. Die Juden in ihren großen Massen aber sind jahrhundertelang unterwegs. Aber eben nicht nur unterwegs, sondern Seßhaftigkeit und Wanderungen wechseln miteinander ab. Zur Erläuterung nur ein paar Zahlen nach Lestschinsky: Erdteil In absoluten Zahlen In % der Gesamtjudenheit 1897 1925 1897 1925 Europa . . . 8,652.000 9,343.882 83'66 63*03 Amerika . . . 986.000 4,351.000 9-53 29-32 Asien .... 406.000 662.000 4*00 4-47 2S2.000 448.500 2-73 3-03 Australien . . 16.000 25.450 0*08 0-15 Insgesamt . . 10,342.000 14,830.832 1000 1000

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