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Menorah · 1926-05-01 · Heft 5 (Mai 1926) · p. Seite 267

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
4 (1926)
Issue
Heft 5 (Mai 1926)
Article
Eine Predigt aus der Zeit der Befreiungskriege
Date
1926-05-01
Page
Seite 267 (sequence 2)
Language
German
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PREDIGT AUS DEN BEFREIUNGSKRIEGEN 267 seit Kriegsende im Archiv des Central-Vereines Deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens in Berlin. Damit ist eine Fülle aufschlußreichsten, oft überraschenden einschlägigen Materials, das Dr. Zlocisti, jetzt Tel Aviv und Dr. Stern, Berlin aus den Archiven hervorgezogen und bearbeitet haben, durch die Widrigkeit der Zeiten erneut am Hervortreten verhindert, vom Bekanntwerden vorläufig wieder zurückgehalten1). Da die Dinge so liegen, darf jeder archivalische Beitrag, der von der Hallung der Juden in der Zeit der Befreiungskriege Kunde gibt, um so eher der Veröffentlichung zugeführt wrerden. Er darf um so eher passieren, wenn er — wie der hier folgende — nicht aus den von der Literatur bevorzugten Zentren Berlin, Breslau, Königsberg oder Hamburg, sondern aus einem kleinen oberschlesischen Städtchen kommt, das zu jener Zeit nicht viel mehr als 1000 Einwohner hatte. Aber nicht allein aus diesem Grunde soll hier die Rede wiedergegeben werden, die ein Herr Freund zur Siegesfeier am 24. April 1814 in dem viereinhalb Meilen südöstlich von Oppeln gelegenen Groß-Strehlitz hielt. Es ist zwar schon interessant genug zu sehen, wie der Redner in dem oberschlesischen Städtchen, das immerhin nicht allzu weit vom Schauplatz der großen Geschehnisse entfernt lag, sich mit seinem Thema abfand und wie er ihm die religiöse Seite abzugewinnen suchte. Aber mindestens ebenso interessant wie das Inhaltliche, wie der immerhin gedämpfte Ton, ist das rein Formale, ist das Hineinpressen der Gedanken in die sprachliche Form, ist das Ringen mit dieser Form, in dem zwei Epochen sich zu begegnen scheinen. Und hier erhält diese Rede, die das Gesamtarchiv der deutschen Juden dem bereitwilligen Entgegenkommen der Ghebra-Kadis c h a in Groß-Strehlitz als Depot verdankt, hier erhält diese Rede ihre Stelle als Beitrag zur Kulturgeschichte der oberschlesischen Juden überhaupt. 1) Es sei auch an dieser Stelle der dringende Wunsch wiederholt, daß dieses Werk, das vom Centrai-Verein für die Zentenarfeier der Befreiungskriege vorbereitet wurde, doch endlich noch herauskommt. Hat es auch an Aktualität viel verloren und legen die finanziellen Verhältnisse es auch nahe, daß die Darstellung und die wichtigen Aktenbeilagen (Regesten!) stark konzentriert werden, so kann doch die Erwägung, daß es viele grundlegende Beiträge zur Emanzipationsgeschichte bringt und manche hergebrachte, man möchte sagen legendäre Vorstellung berichtigt, diesen Wunsch zur Genüge rechtfertigen. Könnten sich nicht an der Drucklegung neben dem Centrai- Verein und etwa dem Reichsbund jüdischer Frontsoldaten noch andere Verbände beteiligen? — Ist doch auch das Jubiläumsdoppel werk von. Dr. Ismar Freund: „Die Emanzipation der Juden in Preußen" von sechs Vereinigungen, darunter auch der zionistischen Vereinigung für Deutschland, herausgegeben worden. Man sollte meinen, daß hier auch eine wissenschaftlich-organisatorische Aufgabe für die Akademie für die Wissenschaft des Judentums vorlieget

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