Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 4 (1926)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1926)
- Article
- Eine Predigt aus der Zeit der Befreiungskriege
- Date
- 1926-05-01
- Page
- Seite 268 (sequence 3)
- Language
- German
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268 MENORAH Rede des Herrn Freund aus Groß-Strehlitz O/S. zur Siegesfeier am 24. April 1814 *npb nt5D3 qnr Es triefe wie der Regen meine Lehre, es fliesse wie der Thau meine Worte, wie stürm güsse aufs Grüne wie Plazregen aufs Grass. Die Veranlassung unserer heuttigen Versamlung in diesem heiligen Plaz ist Ihnen meine Herren, und Brüder allen bekant. Es ist der grosse ausserordentliche Sieg, den unser gnädiger tapferer D. L. König und Landes Vatter, mit Hülfe seiner hohen Verbündten errungen haben. Der Zweck aber ist den Allmächtigen Ewigen unserer Vätter, und unser allen Gott dafür unseren kindlichen und demutsvollen Dank für diese unendliche grosse Wohltat darzubringen. Wie frei können wir nun atmen nach soviel Drangsallen, die wir durch mehrere Jahre erdulden mussten, unser Verlust an Vermögen die körperliche Leiden, den Spott und Hohn den wir ausgesetzt waren, wer vermag dieses alles herzuzählen? (Wir wollen uns den heutte zur Fröhlichkeit gewidmeten Tag durch dieses schauderhafte Andencken nicht trieben: es hat nun ein Ende mehr haben wir Ursache, des Glückes unseres liebe, und gerechtigkeitsvollen durchlauchtigen König wegen den ewigen zu danken, der seine Wafen mit beispiellosen Glücke gekrönt, seine hohe Person in allen denen grossen Gefahren, die sich Sr. Majestät für der heilligen Sache ausgesetzt in Schutz hatten, welch ZusamtrefTen von Glück! Wahrlich ein Wunder wie der heillige Dichter Ps. C. 77 Vers 15 ausruft yxy tföj» njnvr jAö flSiy San nn» d. h. Du bist der Gott der Du Wunder wirckst verkündigst Völkern Deine Stärke. Oberflächlich betrachtet würde man dencken hier ist ja alles nattürlich zugegangen denn die grössten Helden der Erde habe mit vereinigten Kräfte grosse Heere versamelt und die weiseste Pläne entworfen, auf das Pünktlichste befolgen lassen, also auch kein Wunder, dass daraus ein Sieg entstand. Näher aber betrachtet ist dies alles wahr, und dennoch die göttliche Leittung auf eine sonderbare Arth hier unverkennbar, und also ein Wunder. Hier erlaube mir man gefälligst meine Herren und Brüder erst den Begriff von Wunder festzusetzen. Dan wollen wir sehen ob unser Gegenstand das Gepräge von Wunder hat? oder nicht? Unser grosser B. M. Maymon in seinen Brief über die Auferstehung behauptet, die Wunder Gottes sind zweyer Gattung, eine die Begebenheiten, welche die Gesetze der Nattur übersteigen als das Verwandten