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Menorah · 1926-04-01 · Heft 4 (April 1926) · p. Seite 234

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
4 (1926)
Issue
Heft 4 (April 1926)
Article
Telschi
Date
1926-04-01
Page
Seite 234 (sequence 4)
Language
German
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234 MENORA H Er überlegt sich hunderterlei Tischreden, „gute Wertlach", und — last not least — Lösungen der Bekleidungsfrage. — Denn, das eine ist sicher: Mit dem eigenen Anzug darf man nicht fahren. Das paßt sich nicht. Also muß man borgen, tauschen, Zusammenstellungen entwerfen. Kurz: Man muß die genialsten Einfälle haben. Speziell was die Krawattenfrage anbetrifft. „Eine Chassne ist am Freitag, das weiß die ganze Welt. Bis Lucknick sind drei Meilen. Wenn sie um drei Uhr herausfahren, kommen sie noch zurecht. — Also muß man um zehn anfangen sich vorzubereiten." So kalkuliert man. Da stehen nun die sechs Abgesandten der Jeschiwah, um sie herum die nahen, nächsten und allernächsten Freunde und probieren, beratschlagen, laufen hin und her und... sind in höchster Aufregung. Jeden Moment muß ein anderer Anzug angezogen, beurteilt werden. — Die Sechs sind geduldig. — Sie lasseu sich nach allen Windrichtungen drehen, gehen auf Wunsch fünf Schritte, drehen sich dann um, zwängen ihren Kopf in alle möglichen Hüte; ihren Hals in alle erdenkbaren Kragenformen. — Auch die fertigen Predigttexte, die ihnen zu gleicher Zeit von verschiedenen Seiten mit Begeisterung vorgetragen werden, hören sie mit Seelenruhe an. — Sie nicken mit dem Kopf, wenn ihnen jemand sagt: ,,Wenn ihr ankommt, dann geht zuerst zum Raw und zieht euch bei dem um und dann geht ihr zum Brautvater!" Und wenn man das Gegenteil sagt, stimmen sie auch zu. „Den Schlips muß man über den Kopf ziehen", erklärt einer mit Enthusiasmus, „dann hält sich der Knoten besser!" „Vergeßt nicht, den Musikanten ein Trinkgeld zu geben! Ihr hört?" „Bezalell, wiederhol' noch einmal die Melodie, die ich dir vorgesungen habe, damit du sie dort aufsingst!" „Hast du auch den Wortlaut genau im Kopf, Jisroel? Sagt der Mi drasch ..." Das geht so fort bis der Wagen, der die Glücklichen fortführt, verschwunden ist, dann bangen alle um das Gelingen; um den guten Ruf von Bachurim im allgemeinen und um Telscher Bachurim im besonderen. Die aber auf dem Wagen atmen auf. Vor dem Ziel ihrer Reise, mitten auf der Landstraße, hat die Kapelle der Klesmorin Aufstellung genommen. Wenn der Wagen sichtbar wird, beginnen sie ein Konzert, das sie fortsetzen, neben dem Wagen hergehend, bis zum Marktplatz des Städtchens. — Dort wartet schon alles auf die Gäste. Neue Gesichter und gar solche von jungen

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