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Menorah · 1926-04-01 · Heft 4 (April 1926) · p. Seite 233

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
4 (1926)
Issue
Heft 4 (April 1926)
Article
Telschi
Date
1926-04-01
Page
Seite 233 (sequence 3)
Language
German
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TELSCHI 233 D, Jas Traurigste an der Laufbahn eines Jeschiwah- Bachurs aber ist — das Ende. Nicht alle können, obwohl die geistigen Fähigkeiten vorhanden wären, den Lehr- oder Lernberuf beibehalten. — Die meisten heiraten in ein Geschäft ein. Was für ein „Geschäft" das ist, dafür ist jede Vorstellung zu hoch. Ein kleiner, viereckiger Raum, die Wände mit halbleeren Regalen verstellt, da und dort ein paar Päckchen Zigaretten, Streichhölzer, Salz oder Ähnliches. Von der Decke hängt eine Wage herunter, die eine Schale beschwert, die andere hoch oben. — Da stehen die Männer, die ihre Jugend auf der Jeschiwahbank verbracht haben und warten auf einen Kunden. Mancher rettet nOCh Zähnungen von Hermann Struck, Weltverlag, Berlin etwas von der Jeschiwah mit hinüber in den Laden: Seinen Ständer. Oft, wenn man einen dieser Verkaufsladen betritt, dann klingt einem die alte Melodie des „Tanu Rabbanan" entgegen. Dann sieht man einen da stehen, seine Augen tief gebohrt in das Buch, die Sinne beschäftigt mit den Problemen der Ahnen. Da schämt man sich um den Verkauf irgend einer Kleinigkeit zu bitten. Man will ihn nicht unterbrechen und leise geht man hinaus. Wenn einer der Bachurim in ein Städtchen in der Nähe heiratet, dann gibt's für seine Freunde ein großes Ereignis: „Die Chassne." Sechs oder sieben der „Allernächsten" werden ausgewählt. — Sie müssen nun als würdige Vertretung ihrer Gemeinschaft, der Jeschiwah überhaupt auftreten. — Das fühlt jeder. Es glaubt sich jeder einzelne in so hohem Maße verantwortlich für den Eindruck, den die Deputierten dort hinterlassen werden, daß er sie nun mit guten Ratschlägen überschütten zu müssen glaubt. ZEICHNUNG VON HERMA.NN STRUCK Aus : „Das ostjüdische Antlitz" von Arnold Zweig

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