Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 4 (1926)
- Issue
- Heft 4 (April 1926)
- Article
- Telschi
- Date
- 1926-04-01
- Page
- Seite 235 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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TELSGHI 235 Männern, sollen die Gespräche der Weiber für Wochen mit Stoff versorgen. Einquartiert sind die Hochzeitsgäste bei den angesehensten Bürgern der Stadt. Aber alle ziehen sich zunächst beim Raw in der Nähe des Beth-Hamidrasch für die Hochzeit an. — Das ist so Tradition. Dann geht man zur Trauung. Neben dem Beth-Hamidrasch steht unter freiem Himmel die Chuppa. — Und während die ganze Welt der Braut, dem Sabbat entgegenzieht, geht er, unser David, seiner Braut entgegen.. . Selbst die Sonne scheint noch eine Weile zu bleiben, nur um die beiden noch mit ihren letzten goldenen Strahlen zu überziehen, ehe sie ganz verschwindet. .. Den ganzen Sabbat herrscht eine Freude, ein Singen und Tanzen liegt über den Häusern, daß die ältesten, steinernen Judengesichter sich aufhellen, wie die Züge kleiner Kinder. Alle Reden sind überflüssig geworden. Alle Verhaltungsmaßregeln unnötig. Es ist Chassne .. . Ob sie wohl so laut singen, um die traurige Melodie dessen, der da in seinem leeren Laden am Ständer steht, nicht zu hören? Ob sie wohl das „Nach der Chassne" übertönen wollen? DIE TRAUUNG Nach einer Zeichnung von M. Coschell (Aus: Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild, Verlag der Staatsdruckerei, Wien)