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Menorah · 1926-04-01 · Heft 4 (April 1926) · p. Seite 229

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
4 (1926)
Issue
Heft 4 (April 1926)
Article
Der Traumsiedler
Date
1926-04-01
Page
Seite 229 (sequence 5)
Language
German
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DER TRAUMSIEDLER 229 „Gut," antwortet er, „jetzt soll das Kind auch helfen, aber morgen schon, wenn ich erstarke, tu' ich es allein.'* Ich sehe sie, und mein Herz ist wie geschmolzenes Wachs. Die Arbeit ist schwer für zwei Kinder, denn der Alte ist an Kräften auch ein Kind, aber ich kann es nicht verhindern. Ihr Wille ist stärker als ihr Leib. Stärker als ich selbst ist ihre Sehnsucht. Morgen... Melech geht mit den Kindern, über kurz oder lang wird die Herde ohnehin zunehmen und dem Großväterchen gebe ich das Pfropfmesser und die Schere. Er soll die Bäume von den Raupen reinigen. Nun ist es genug! Zwar ist es noch nicht Mittag, aber es ist genug. „Kommt, wir sind fertig. Beracha wartet unser." „Und Ezer auch? Und Zipporah?" fragt Melech, dem meine Kinder schon bekannt sind. „Sie kommen erst spät nach Hause." „Und Kalbu?" „Er auch." „Du wirst sehen, Großväterchen," wendet er sich zum Alten, „was man hier für schöne Ziegen hat. Die eine ist weiß mit schwarzen Tüpfelchen." „Wir haben sie nicht mehr", sage ich trüb. „Habt ihr sie geschlachtet?" „Nein. Die Schlange hat sie gebissen." „Die Schlange?!" schreit er auf und seine Stimme klingt verdutzt und traurig. Ich schweige. Wozu soll ich die aufregende Geschichte schon jetzt erzählen? Sie werden es schon erfahren. Großväterchen fühlt, daß das Kind getröstet werden muß. Er schreitet langsam der Hütte zu. Nach dem Mittagessen breiten wir ihm zur Ruhestätte die Matte im Schatten aus. Er wendet sich um und schaut rückwärts nach dem Feld, und dann nach den fernen Hügeln. Dann schließt er die Augen, breitet die Arme aus und der Krummstab zittert in seiner Hand. „Wie gut, daß ich hier bin! Wie gut, daß ich mit euch sein werde! Wo ihr arbeitet, werde auch ich arbeiten. Wo ihr pflanzt, pflanze ich auch. Wo ihr erntet.. ." Er hält inne, sein Wort stockt... „Ich auch, ich auch, ich auch." Dann spricht er von etwas anderem. „Ich weiß, ihr seid ihm gram. Seid ihm nicht gram. Und selbst, wenn ihr recht habt, nicht. Trotzig ist er, wie ein eigensinniger Knabe. Als Kind war er schon so. Er hat einen guten Kopf zum Lernen. Aber jetzt braucht man etwas anderes. Ihr wißt es, Melech weiß es

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