Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 4 (1926)
- Issue
- Heft 4 (April 1926)
- Article
- Der Traumsiedler
- Date
- 1926-04-01
- Page
- Seite 230 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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230 MENORAH auch ... er will es nicht wissen. Ich habe ihm gesagt: ,,Chananje, die Leute dort haben recht. Laßt uns hingehen, Obstbäume pflanzen und uns Hütten bauen. Jetzt sagt er nichts mehr. Ich weiß, daß er mit sich kämpft. Nur hie und da sagt er noch: „Du auch, was willst du von mir? Der Schöpfer der Welt hat mir anderes beschieden. Nein, ich weiche nie von seinen Wegen." Er sieht, daß ich lache und er fährt fort: „Seid unbesorgt, er wird kommen. Er muß. Das Weib ermutigt ihn auch. Und sein Inneres meldet sich auch. Er wird da sein, ehe ihr euch dessen verseht... Seid ihm gut, ihr braven Söhne und gebet ihm ein Stück dieses Tales." Ich nicke: „Er soll kommen." Beracha beschäftigt sich mit dem Gemüsegarten und jätet das Unkraut. „Mittagessen? Sofort. Komm, Groß Väterchen, setze dich einstweilen nieder." Sie spricht ihn auch als Großväterchen an und sie strahlt vor Freude. In einigen Minuten knistert das Reisig und der Torf brennt fett im Feuer. „Milchsuppe und Enteneier!" schreit sie. „Wird es gut sein?" „Gut, gut!" Schade, daß die Kinder noch nicht da sind. Aber Beracha ist selbst wie ein Kind, wenn Gäste da sind. Der Gast hat etwas mitgebracht. Er spricht einen Segen, mit greisenhaftem Zittern breitet er die Stimme und seine beiden Hände über Beracha aus. „Gesegnet sei dein Brotkorb, gesegnet dein Trog und dein Milchtopf. Und gesegnet seien deine Kinder." Melech singt laut. Einen Psalm. Dann rafft er sich auf. „Ich gehe zu den Lämmchen." Und er läuft nach dem „Mohnkuchen". Nachdem Großväterchen sich gelegt hat, kommt Beracha zu mir und sagt flüsternd: „Du, Jischaj, ich bin so glücklich, so unendlich glücklich! Nichts fehlt mir. Ich fürchte nur, das große Glück birgt ein Unglück. Dasselbe Gefühl hatte ich, bevor unser Junge starb." Ich streichle ihr Gesicht. „Sei ruhig, Beracha, es kommt kein Unglück. Das muß so sein." Ich schüttle meinen Kopf, um sie zu beruhigen. „Fehlt uns wirklich nichts? Der Reis! Er will nicht erstarken." Das XL Kapitel folgt in der Juni-Nummer (Nr. 6)