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Menorah · 1926-03-01 · Heft 3 (März 1926) · p. Seite 192

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
4 (1926)
Issue
Heft 3 (März 1926)
Article
Zur Gründungsgeschichte der Wiener Religionsschule
Date
1926-03-01
Page
Seite 192 (sequence 7)
Language
German
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192 MENORAH Nach herabgelangter kaiserlicher Erlaubnis zum Ankauf und zur Adaptierung des Dempfingerhofes scheint sich das Interesse des größeren Teiles der Vertreter vornehmlich der Errichtung des Bethauses zugewendet zu haben. Da war es M. L. Biedermann, der es nicht zulassen wollte, daß die Schulangelegenheit«» als Nebensache behandelt werde. Im Protokoll vom 1. Juni 1812 (Vertreter) heißt es: „Biedermann erinnert, daß man den Hauptzweck mit den Nebenabsichten nicht vermengen darf. Der Hauptzweck der Herren Vertreter, an deren Spitze der Herr Regierungsrath La Roze stand, war, einen Fond zu kreiren, wovon die armen, siechen Israeliten versorgt .. . und für die Jugend eine Religionsanstalt errichtet werden sollte; nebstbey wollte man für das Bethaus und Badezimmer ein besseres Local ausmitteln . .." Und das Protokoll vom 29. Juli 1812 führt als 4. Punkt an: „Die Religions-Lehrans talt ist eines der wichtigsten Gegenstände, worauf die hohe Landesstelle Rücksicht genommen hat, es wäre also nothwendig eine Comidee zu ernennen, die unverzüglich mit der Religionslehranstalt mit dem Lehrer und mit der innerlichen Einrichtung (sich) zu beschäftigen habe: Es wurde zur Religionslehranstalt Comidee ernannt: Herr D(avid) Wertheim, Herr Max von Hönigsberg und Herr (Benjamin) Landesmann; denen hat der Lehrer Sah Herz längstens binnen 8 Tagen seinen Lehranstaltsplan zu überreichen. Bemelde(tes) Comidee hat ihren Vortrag an die Repräsentanten und Vertretter zu machen." Das Komitee nimmt mit bewunderungswürdigem Eifer seine Agenden in Angriff. Schon am 13. August 1812 legt es den Vertretern ausführliche „Erörterungen" vor, die sich mit allen Einzelheiten der Schulanlage befassen und dringt auf „möglichste Beschleunigung dieser Angelegenheit", um am 1. Oktober die Schule bereits eröffnen zu können. Die neu adaptierten Räume im Dempfingerhof, Betsaal und Schulräume, werden Freitag den 4. September 1812 mit einer schlichten Feier eröffnet. Doch wird vorerst nur der Betsaal seiner Bestimmung zugeführt. In der von Benedikt Jeiteles in Prag (nach Husserls Mitteilung) verfaßten, von Benjamin Landesmann gesprochenen Rede heißt es unter anderem: . .. Eine hohe k. k. N. Ö. Landesregierung geruhete, diesen allerhöchsten Entschluß dahin zu erörtern, daß die hiesige Judenschaft sich in ihrem erkauften Hause eine Schule zum Religionsunterricht ihrer Jugend — dann auch ein Bet- und Badehaus errichten dürfe . . . Schon stehet das geräumige Schulzimmer bereit, um die Jugend zum heilsamen Religionsunterricht aufzunehmen ..." Daß die Schule zu dem in Aussicht genommenen Zeitpunkte, am 1. Oktober 1812, noch nicht ins Leben trat, geht aus den eindringlichen Vorstellungen hervor, welche das Komitee den Vertretern in folgender Nota machen: ,,Unterm 6. Aug. a. c. wurde von den Unterzeichneten die Ausarbeitung einer Organisation der hier zu errichtenden israelitischen Religionsschule übernommen.

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