Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 4 (1926)
- Issue
- Heft 3 (März 1926)
- Article
- Der Seitenstetten Tempel
- Date
- 1926-03-01
- Page
- Seite 155 (sequence 7)
- Language
- German
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DER SEITENSTETTEN TEMPEL 155 Der Katzensteig (jetzt Seitenstettengasse) nach einer Zeichnung von Peter Fendi (Mit Erlaubnis des Kunstverlages Anton Schroll, "Wien) Sammlung auf den beiden Logen und zierlich vergitterten Seitengalerien zur Rechten, während die Mitte der oberen dem Chor gewidmet war. Denn nach dem Beispiele anderer Gemeinden hatte man sich auch hier entschlossen, der Tonkunst, dieser allgemeinen Sprache des Herzens, mehr Anteil als bisher einzuräumen.'4 Wozu noch bemerkt werden mag, daß — was erst seit jüngster Zeit bekannt geworden ist — Beethoven ,,eine große Festmusik mit Chören" hätte komponieren sollen; ferner daß tatsächlich — was man in der „Wiener Theaterzeitung" vom 27. April 1826 nachlesen kann — (gegen ein Honorar von 50 Dukaten) Josef Drechsler die Gesänge komponiert hat; endlich daß bei diesem Anlaß schon Josef Sulzer am Kantorpulte erschien. Aber nun zurück zu dem Architekten und seinem Werk. Josef Kornhäusel, dem 1916 Paul Tausig eine erste separate Schrift (Wien, Verlag Carl Konegen) gewidmet hat, ist 1782 in Wien geboren, hat hier, wahrscheinlich unter Ferdinand von Hohenberg, dem Erbauer des Palais Pallavicini auf dem Josefsplatz und des Gloriettes in Schönbrunn, an der Akademie studiert und ist nach einem ziemlich bewegten Leben (er war dreimal verheiratet!) im Dempfingerhof Nr. 495 (heute Seitenstettengasse 2), wo er sich ein romantisches, auch heute noch bestehendes Turmgemach errichtet hatte, 1860 gestorben. Seine hauptsächlichsten Bauten liegen außerhalb Wiens, namentlich in dem Kurort Baden, dem er durch das Rathaus, das alte Theater,