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Menorah · 1926-03-01 · Heft 3 (März 1926) · p. Seite 147

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
4 (1926)
Issue
Heft 3 (März 1926)
Article
Die Wiener Juden 1826 - 1926
Date
1926-03-01
Page
Seite 147 (sequence 14)
Language
German
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DIE WIENER JUDEN 1826—1926 147 reichische israelitische Union'4 ins Leben. In den Stimmungen jener Jahre reifte in Theodor H e r z 1 die Idee des politischen Zionismus, die eine, die ganze jüdische Welt in ein Für oder Wider scheidende Bewegung ins Rollen brachte, zugleich aber dem Wiederaufbau des Landes der Väter einen neuen fördernden Antrieb gaben. Über seine Fortschritte konnten die Wiener auf zwei hier tagenden Zionistenkongressen unmittelbaren Bericht empfangen. Die Spannung in dem Verhältnis zwischen Wiens Stadtverwaltung und seinen Juden schien gelöst mit dem Ausbruch des Weltkrieges. Burgfriede wurde proklamiert. Wie in früheren Kriegen betätigten die Juden Wiens ihre lief gewurzelte Bürgertreue in zahlreichen Opfern an Gut und Blut. Daß der jüdische Soldat, im Felde oft der Willkür gehässiger Vorgesetzter und der Bosheit aufgehetzter Kameraden preisgegeben, unter der Drangsal des Krieges doppelt zu leiden hatte, hinderte ihn nicht, allen voran seine Pflicht zu tun. Daß er dem Judentum, dem Andenken der Makkabäer und der Helden von Machaerus und Masada Ehre bereitet hat, bezeugen die, allen Vorurteilen zum Trotz, überaus zahlreich erteilten militärischen Auszeichnungen und öffentlichen Anerkennungen. Im Hinterlande schmiedete gemeinsame Not über alle politischen Gegensätze hinweg Gemeinschaft der Abwehr. Sie bewährte sich glänzend, als Wien von den Kriegsflüchtigen aus dem Osten und Süden der Monarchie überflutet wurde. Wie in aller Welt vom Nahen messianischer Zeiten, träumte man in Wien von dauerndem Bürgerfrieden. Die Nachkriegszeit enttäuschte bitter. Die Heimkehrer brachten einen, durch Rassenwahn versteiften Judenhaß mit, der im Vereine mit dem politischen, wirtschaftlichen und moralischen Zusammenbruch wie ganz Wien, so insbesondere die Existenz seiner Juden auf das ernsteste bedroht. Einen Damm gegen das Andrängen dieser Sturmflut bilden wohl eine im allgemeinen korrekte Haltung der staatlichen und städtischen Gewalten sowie internationale Rücksichten. Geboten erscheint aber ein Abbau dieses Hasses durch eigene Aufklärungs- und Abwehrarbeit. Das Wichtigste jedoch bleibt Festigung im Judentum durch eindringliche Jugenderziehung und Volksbildung sowie durch Wiederbelebung einer jüdischen „Gesellschaft", wie sie in dem Wien des 19. Jahrhunderts nach innen wie nach außen heilsam gewirkt hat. Die Schichtung der jüdischen Bevölkerung Wiens hat in dem letzten Jahrzehnt eine grundstürzende Verschiebung erfahren. Wertvolle Bestandteile sind abgewandert, zugrunde- oder durch Selbstaus-

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