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Menorah · 1926-03-01 · Heft 3 (März 1926) · p. Seite 144

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
4 (1926)
Issue
Heft 3 (März 1926)
Article
Die Wiener Juden 1826 - 1926
Date
1926-03-01
Page
Seite 144 (sequence 11)
Language
German
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144 MENORAH wie sich die Wiener Juden in die Seele ihrer Stadt eingelebt haben. Von Dichtern und Literaten wären von Frankl, Beck, Mosenthal, Kompert, Kuh bis zu den Jungwienern S c h n i t z 1 e r, Beer-Hofmann, Wassermann, Lothar und anderen, von Malern Isidor Kaufmann, Leopold Horovitz, David K o h n, von Architekten Fleischer (Freske im Wiener Rathaus, an dessen Bau er beteiligt war), S t i a s s n y (Begründer des Wiener jüdischen Museums), Marmorek und sonst so manche zu erwähnen, die eingehende Würdigung verdienten. Aber selbst im engsten Rahmen unerläßlich ist der Hinweis auf die Bedeutung, die Wien für die Geschichte des jüdischen, insbesondere des neuhebräischen Schrifttums erlangt hat. Wie im Mittelalter „die Weisen Wiens'4 in der Judenheit mit Achtung genannt wurden, wie der von Mannheimer, dem wahren Vater seiner Gemeinde, und dem genialen S u 1 z e r geordnete Gottesdienst als „Wiener Minhag" sich über die ganze Erde verbreitet hat, so bildet Wien um dieselbe Zeit auch einen Brennpunkt jüdischer Geistesarbeit. Seit den ersten Jahrzehnten des Jahrhunderts beginnt eine nahezu ununterbrochene Kette von Jahrbüchern und Zeitschriften, zu denen bedeutende jüdische Gelehrte und Belletristen aller Länder beisteuern. S. J. Cohens „Bikkure ha-ittim" (1820 bis 1831), die zur Neubelebung der hebräischen Sprache und Verbreitung moderner Bildung in jüdischen Kreisen (Haskala, in Wien auch durch Peter Beer, Bensew und anderen vertreten) erheblich beitrugen, fanden (1833 bis 1842) ihre Fortsetzung in Goldenbergs „Kerem chemed", von dem die beiden ersten Jahrgänge in Wien erschienen. Sterns „Kokebe Jizchak", die zeitweise von der Wiener Akademie der Wissenschaften eine Beihilfe bezogen, erhielten sich von 1845 bis 1873. Daneben gab Letteris seine „Wiener Mitteilungen" (1854 bis 1866) heraus, Busch, Josef Wert heimer und Szanto ihre „Jahrbücher". S z a n t o s „Neuzeit" erschien als Wochenschrift von 1861 bis 1902. „Dr. Blochs Österreichische Wochenschrift" seit 1884 33 Jahre hindurch als Kampforgan gegen den im Wien der Achtzigerjahre mit Macht aufschießenden Judenhaß. Der Geschichte gehören ferner neben anderen noch an: als zionistisches Parteiblatt H e r z 1 s „Welt", als ein wissenschaftliches Organ das „Bet Talmud" (1880 bis 1886) Friedmann und Weiß, dem erwähnten Verfasser der trefflichen Geschichte der jüdischen Tradition (Dor dor wedorschav) und Smolenskis „Ha-schachar". Von Perez Smolenskis 1872 erschienenem „Am olam" sagt Klausner, der Geschichtsschreiber der neuhebräischen Literatur:

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