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Menorah · 1926-03-01 · Heft 3 (März 1926) · p. Seite 140

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
4 (1926)
Issue
Heft 3 (März 1926)
Article
Die Wiener Juden 1826 - 1926
Date
1926-03-01
Page
Seite 140 (sequence 7)
Language
German
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140 MENORAH nymus Lorm (Heinrich Landesmann), der Schwager Bert hold Auerbachs, L. A. Frank 1, der Dichter des ersten Freiheitsliedes in Österreich, Moritz Hartmann (später convertiert), Isidor Heller (nicht zu verwechseln mit Seligm. H., dem Übersetzer Juda Halevis), Sigmund Kolisch und andere sind aus der deutschen Literatur bekannt. Aber auch das neuhebräische Schrifttum weist eine i Reihe von Vertretern aus dem Wien des Vormärz auf, zumeist Korrektoren der hebräischen Druckereien von S c h m i d und Hraschansky, aus deren Pressen eine große Anzahl trefflicher hebräischer Druckwerke hervorgingen. Besondere Erwähnung verdient die rührende Erscheinung des hochbegabten, von einem Herzensroman jung gebrochenen Salomon Löwisohn. Er war der erste Jude, der mit jüdischem Herzen eine Geschichte der Juden von ihrer Zerstreuung bis in die jüngste Zeit, zugleich aber auch der erste Jude, der ein Lehrbuch der hebräischen Poesie verfaßt hat. Von diesem hebräisch geschriebenen Werke (Melizath Jeschurun) sagt Dr. Adolf Schmiedl einmal: „In meinen Jugendjahren lernten wir dieses Buch auswendig und an seiner begeisterten Sprache entzündeten wir unsere eigene Begeisterung". Nicht alle Judenfamilien jener Zeit haben sich als solche bis heute erhalten. So oft bei der Haskara die Namen derer, die sich um die Wiener Juden Verdienste erworben haben, verlesen werden, wird man unliebsam hieran erinnert. Noch wirken in unserer Mitte Angehörige der Oppen heim er und Wertheimer, der Begründer der jüdischen Ansiedlung, aus der sich die gegenwärtige Wiener Judengemeinde entwickelt hat. Auch die Familie H. Todesco' s, in dessen Salon unter anderen Bismarck verkehrte, sowie die seines Schwiegersohnes Springer, bekennt sich noch zum Judentum. Der Name Königswarter ist in unserer Gemeinde würdig vertreten. Nachkommen von S. Auspitz, Hofmannsthal, Schnapper und anderen betätigen sich in unseren Wohlfahrtsbestrebungen. Hingegen gehören außer anderen längst nicht mehr dem Judentum an die mit Grillparzer befreundeten N e u w a 11 und F i g d o r, vor allem die Familie des wackeren M. L. Biedermann, auf dessen Weitblick, Tatkraft und jüdisches Empfinden in erster Reihe die Errichtung des jetzt jubilierenden Tempels in der Seitenstettengasse zurückzuführen ist. „Paris ist eine Messe wert." Eine Messe war aber auch die Taufe wert manchem Juden, dem sein Glaubensbekenntnis den Zutritt zum Meß- und anderem Geschäfte sperrte. Das Vorbild hoher Herrschaften, die um einen Thron ihren Glauben verschacherten, aus

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