Mannheim
Compact Memory

Menorah · 1926-03-01 · Heft 3 (März 1926) · p. Seite 134

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
4 (1926)
Issue
Heft 3 (März 1926)
Article
[Ohne Titel] / Chajes, Hirsch Perez
Date
1926-03-01
Page
Seite 134 (sequence 2)
Language
German
Belongs to
chapter
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2912821-2912853-2912857--02879-2917187
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

134 MENORAH Seiten stettengasse amtiert haben und amtieren, gewissermaßen ohne anzustoßen, sich in diesen Rahmen hineinfügen konnten. Sagten wir, das letzte Jahrhundert habe für das Judentum mehr bedeutet, als eine Anzahl von früheren, so denken wir daran, daß in diesem Jahrhundert die Ghettopflanze sich in die aufstrebende Zeder Palästinas zu wandeln begann und daß in Wien Männer lebten und wirkten, die der geistigen, politischen und nationalen Erneuerung des Judentums die Wege ebneten (Herzl, Smolenski). Trotz aller Widerwärtigkeiten, an denen auch die Gegenwart nicht arm ist, können wir beruhigter als vor hundert Jahren in die Zukunft Für die Menorah gezeichnet von Clara Epstein , sehen. Die Wiener Juden 1826-1926 Von Max Grunwald Als 1822 Bäuerle das Wort aufflattern ließ: „Es gibt mir eine /m Kaiserstadt, es gibt nur ein Wien", war Wien die Hauptstadt der Welt. Die Zügel der internationalen Politik hielt Metternich in festen Händen. Der Wiener Kongreß hatte dieser Machtstellung Österreichs glänzenden Ausdruck verliehen. Das alte A E I O U, „Alles Erdreich ist Oesterreich Untertan", war unbestritten in einem Punkte Wahrheit geworden. Österreichs Musik beherrschte die Welt. Gluck, Haydn, Mozart, Beethoven, Schubert, Sterne erster Größe, strahlten am Ruhmeshimmel Wiens. Nur Weimar stand neben Wien an Geisteswert. Doch im Innern herrschte die Stickluft des Vormärz. Von dem guten Willen Josefs II. war nichts mehr zu spüren in dem Österreich, „unter dessen Fahnen", wie es in dem Aufruf des edlen Siegers von Aspern hieß, sich einst „die Freiheit Europas geflüchtet hatte".

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.