Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 4 (1926)
- Issue
- Heft 3 (März 1926)
- Article
- [Ohne Titel] / Chajes, Hirsch Perez
- Date
- 1926-03-01
- Page
- Seite 133 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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MENORAH IV. JAHRGANG MÄRZ 1926 NUMMER 3 DR. H. P. CHAJES: HuNDERT JAHRE scheinen in der Geschichte des jüdischen Volkes nicht viel zu bedeuten, die Zentenarfeier einer Synagoge scheint nur lokale Bedeutung zu haben. Aber diesmal trügt der Schein. Die hundert Jahre der jüdischen Geschichte, die seit der Errichtung der Synagoge in der Seitenstettengasse, das heißt seit der Wiederbegründung der jüdischen Gemeinde in Wien verstrichen sind, bedeuten für die Entwicklung des Judenvolkes mehr als eine Anzahl früherer Jahrhunderte. Die Synagoge, die vor hundert Jahren in der Seitenstettengasse eingeweiht wurde, bedeutet mehr als eine Episode im Leben einer jüdischen Gemeinde. Sie wurde zu einem epochalen Ereignisse in der Geschichte des mitteleuropäischen Judentums und darüber hinaus. Bedenkt man, daß es die Zeit der beginnenden destruktiven Reformbestrebungen der deutschen Judenheit war, kurz nach der Errichtung des Hamburger Tempels, und bedenkt man, mit welcher Vor- und Einsicht Mannheimer und sein Weggenosse Sulzer die Neuordnung des synagogalen Dienstes besorgten, so wird man verstehen, warum die Synagoge in der Seitenstettengasse und nicht der Tempel in Hamburg so vielen Synagogen in Europa und darüber hinaus ein Vorbild geworden ist. Es ist nicht ohne Interesse, daß vier voneinander in ihrer religiösen und nationalen Einstellung so durchaus verschiedene Menschen, wie die Rabbiner, die im Laufe dieses Jahrhunderts in der ^^H^ Oberrabbiner Dr. H. P. Chajes