Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 4 (1926)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1926)
- Article
- Der Traumsiedler
- Date
- 1926-02-01
- Page
- Seite 109 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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DER TRAUMSIEDLER 109 ,,Orange, Dattel. Die jungen Bäumchen dort sind Zitronen. Dort ein Feigenbaum." „Und rückwärts?" „Gemüse. Der Garten meiner Frau." Er seufzt auf: „Du bist ein glücklicher Mensch, Jischaj. Deine Frau ist eine Perle. Und deine Kinder, wie sie sich auf die Tiere verstehen." Ich schweige, er will fort. Bleibt aber noch eine Weile stehen. „Ich war bei ihnen," und zeigt seitwärts nach dem Feld der Amazonen, „unsere Felder liegen hart nebeneinander, wir könnten das Flußbett gemeinsam vertiefen. Nur Dinjuschka ist zu Hause. Sie hat keine Zeit, arbeitet für drei. Basje ist dort beim Kind, Isa ging hin, sie abzulösen. Basje hat schon Nächte hindurch nicht geschlafen. Dabei ist Dinjuschka schwach, taugt nicht diesem Geschäft. Isa ist ein feines Fräulein. Und Basje? . . . Was sagst du, Jischaj? Basje ist stark und tüchtig. Eine gute Seele dazu. Ganz wie deine Frau!" Er fährt mit der Hand wieder durch den roten Bart und ordnet auch seinen Schnurrbart. Eigentlich ist dieser Zebuion nicht einmai so häßlich. Und seine Kraft ist gewaltig, wenn er auch linkisch ist. „Ein tüchtiges Mädchen", sagte ich ihm und heimlich wundere ich mich darüber, daß auch Basje eine Amazone ist, die gelobt hatte, Männern gegenüber gefühllos zu bleiben. Isa ist knabenhaft, Dinjuschka ein Kind noch. Aber Basje! Wie prachtvoll könnten die zwei starken Menschen nebeneinander arbeiten. „Nicht wahr, ein tüchtiges Mädchen", sagt Zebulon und reicht mir die Hand. Er lacht roh und schlägt ins rieselnde Wasser. „Das Wasser ist etwas wert!" Und er eilt hinweg. Iljitschka aber kommt noch immer nicht. Weder Iljitschka, noch Beracha, noch Isa. Dem Kinde scheint es schlecht zu gehen! Iljitschka lächelte zwar . . . aber es war der Arzt und nicht Iljitschka . . . „Das ist das Tal, wo Elisa die dreiunddreißig Kinder umbrachte, weil sie seinen kahlen Kopf verhöhnten .. ." Chananjes Fluch. Ein Fluch auch dann, wenn man nicht fluchen will? Der von Bremen macht sich nichts aus dem Fluch. Noch aus der Gefahr. Er läuft dem Mädchen nach. Ich vergrabe mich in die Arbeit. Ich muß den Reis bewachen; denn ich habe ihn bis jetzt nicht gut begossen, weshalb er immer trockener wurde. Zebulon ist der erste, der zurückkommt. Er ist sehr traurig. „Wie stehts?" schreie ich ihm entgegen, „ist ein Unglück geschehen?"