Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 4 (1926)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1926)
- Article
- Der Traumsiedler
- Date
- 1926-02-01
- Page
- Seite 110 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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110 MENORAH Er nickt bejahend. „Das Kind?" Er schüttelt den Kopf. „Das Kind fühlt sich gut. Es möchte schon hinaus zu seinen Lämmchen." „Gott sei Dank!" „Aber Bas je!" „Ist sie krank?" „Nein, nicht krank. Zwar etwas angegriffen von den vielen schlaflosen Nächten. Komm, Basje, sagte ich ihr, man muß das Flußbett graben. — Nein! — Die Sonne gibt dir deine Farbe wieder. — Nein! — Isa sagt ihr auch: Gehe nur, ich bleibe. — Nein! — Iljitschka auch: Gehe Basje, Isa wird dich hier vertreten. Basje schüttelt den Kopf. -— Ich habe das Kind so lieb! — Das Kind weint auch. — Gehe nicht, Tante Basje. — Und Nachmen selbst auch. Wer hätte es für möglich gehalten? So ein Weichling! Er steht beim Bett und schaut Basje mit seinen traurigen Augen an. Er sagt nichts, aber sein Blick sagt genug. Es läßt sie nicht los. Sprich, Jischaj, ist das recht? Jetzt bleibt schon Basje bei ihm." „Sie bleibt nicht bei ihm, sei unbesorgt. Die läßt ihr Feld nicht im Stich. Sobald das Kind genesen ist, geht sie nach Hause." „Das Kind ist schon gesund." „Warum ist denn Iljitschka noch immer dort?" „Iljitschka? Er ist schon längst fort." „Wohin ist er gegangen?" „Hinauf zum ,Mohnkuchen\ um die Schlange zu sehen. — Jetzt, wo das Unglück vorüber ist — sagt er — muß ich erfahren, was es für eine Schlange war .. . Möchtest du mit, Isa? — Und Isa ging. Ich beschwor Basje, zu kommen, aber sie ging nicht. Und ich rief sie nicht, um eine Schlange zu sehen, ich rief sie zur Arbeit. Zur Arbeit, die ihr und uns allen wichtig ist." Er ist sehr erbittert und ich kann ihm nichts erwidern. Ich möchte etwas sagen, aber es fällt mir nichts ein. Er sieht, daß ich schweige. Er nimmt den Spaten und beginnt, den Schlamm aus meinem Flußbett zu werfen. Ich schaufle das Wasser. Ich weiß bereits, daß es dem Reis nichts nützt, denn die Sonne macht das Wasser sofort verdunsten. Man soll ihn nur in der Frühe und abends begießen. Bei Tag nicht. Darf ich aber den Spaten dem Zebuion abnehmen? Ich warte daher, bis er es sattbekommt. Es dauert nicht lange. Er steckt den Spaten nachlässig in die Erde, läßt den Kopf hängen,