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Menorah · 1926-02-01 · Heft 2 (Februar 1926) · p. Seite 108

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
4 (1926)
Issue
Heft 2 (Februar 1926)
Article
Der Traumsiedler
Date
1926-02-01
Page
Seite 108 (sequence 4)
Language
German
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108 MENORAH über der Gerste ruhen, die tief und gedrängt ist, wie Samt. Ich versuche, meine Unruhe durch das Reisfeld zu bannen. .. Der Reis ist noch immer schwach, obwohl ich ihn oft begieße. Die Gerste erholte sich schön in meiner Abwesenheit, dem Reis will nicht einmal meine Gegenwart frommen. Nur Mut! Ich werde ihn morgen wieder begießen, übermorgen abermals, nur Mut, er wird gedeihen . . . Möge sich nur die Kleine einmal erholen . . . Aber warum kommt Iljitschka nicht zurück? Guten Morgen, Jischaj!" Isa steht vor mir. Das Mädchen ist jetzt mit seinem schmalen Gesicht, mit den kurzgeschorenen Haaren, mit dem frischen, etwas traurigen Lächeln so knabenhaft. Sie geht zu Nachmen, ihm einen Krankenbesuch zu machen. ,,ßeracha ist auch dort", sage ich ihr. „Weißt du nicht, ob der Doktor auch?" fragt sie und starrt nach meinem Haus. „Er ging hin und ist noch nicht zurück . . ." Sie ralTt sich auf. „So beeile ich mich, ich will hören, was er sagt", und sie fliegt mit dem Wind . .. „Wenn diese Isa nicht so lustig wäre.. . vielleicht aber tut sie sich nur Gewalt an; sie sieht ja übrigens so weinerlich aus, ihr Mund, ihre Stirn und ihr Kinn.. . vielleicht ist das Unglück schon geschehen und sie ist eben deshalb hingegangen.. . Jetzt kommt weder Beracha, noch Iljitschka... Ist das Unglück geschehen?" Der rote Zebuion geht auch dorthin. „Warum gehst du, Zebuion?" Er beantwortet meine Frage nicht; er kämmt mit den Fingern seinen Bart, der heute ungewöhnlich geordnet ist. Unter dem Arm hat er eine niedliche kleine Rute. Ab und zu zieht er sie heraus und schwingt sie. „Ich gehe", sagt er. Er schaut auf die Gerste. „Schön!" „Und der Reis!" „Merkwürdig, Jischaj, du hast Zeit für alles." Er blickt nach meinem Haus: „Das schönste von allen. Das Dach selbst voll Blumen. Wie der bekränzte Kopf einer Braut. Was rankt sich dort hinauf?" „Weintrauben." „Und die Sprößlinge?"

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