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Menorah · 1926-01-01 · Heft 1 (Januar 1926) · p. Seite 34

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
4 (1926)
Issue
Heft 1 (Januar 1926)
Article
Die Bestattung des Zedekia, letzten Königs der Juden
Date
1926-01-01
Page
Seite 34 (sequence 2)
Language
German
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34 MENORAH in schweren Gewinden. Dunkles Blut, dunkler, schwarzer Wein vor den ehernen Altären, aus steinernen Krügen in lichtblaue Schalen wie in Blumenblätter gefüllt. Rauchendes Fleisch aufgebrochener Opfertiere krümmte sich unter leichtem Krachen über flackernden Feuern, Fett zischte in kleinen Fünkchen, versprüht im aufsteigenden, hellgelben, flimmernden Mittag. Wo sind meines Gottes Tempel? Längst zerfallen. Die ehernen Meere und gegossenen Schalen zertrümmert und den Kupferschmieden zur Zerstückelung hingegeben, alles vorüber, alles dahin. Meines Herren stete Feste? Abgebrochen, die Schellen der Frohen verstummt an den Tagen, da meine Stadt fiel, dort in den lieben Bergen, in den Tagen, da die Akazien blühen. Heute ist der Tag meiner Lösung. Ein ander Jerusalem sei dir hier aufgebaut, ein neuer Tisch gedeckt, sagt mein neuer Gott, Fürst und Freund. Unter lichtem Türkis und unter wolkenlosem Himmel darf ich gehen, hoch auf der sommerlichen, steil gemauerten Burg Babylon. Je weiter Jojakim geht, je höher er steigt, desto länger der Zug» Die Männer seines Volkes, urvertraute Gesichter, gealtert und bestaubt, neigen sich vor den auferstandenen Königen, dem lebenden und dem toten, sie schließen sich zu leise murmelndem Geleite. Die Leiche des toten Herrschers nehmen auf und tragen vier schöne Knaben aus Judas edlem Stamme, spät geborene, die in der Verbannung aufgewachsen sind, fern der Heimaterde, dienend im kaiserlichen Palaste in niederm Dienst. Es leuchtet im Mittagsglanze unter gelber Sonne die babylonische Landschaft, die dunkel geballten, schwarz umblätterten Bäume mit den silbernen Rebengebinden, die weißen Mauern mit tiefen Rillen und scharfen Ecken, die Tore mit starken, lachenden, reisigen Knechten, die Beete im Innern mit strahlenden Blumen, die kleinen Bachgeriesel und sandbestreuten Wege. Schöne Frauen schreiten im wiegenden Gang, die weiten Gewänder bauschen sich im aufsteigenden Mittagswind und in den Falten verrieselt das Licht unter seidigem Knistern. Fernher starrt in Mittagsglut der ungeheure Turm Babylons, der quaderförmige Koloß. In klarem Himmel badet er, enthoben dem Dunst der weißen Millionenstadt. In mächtigen Steinen ist er aufgerichtet auf der anderen Seite des lehmfarbenen Flusses. In der Nacht hatten sie den Fürsten der Juden mit seinem Bruder und seiner Gattin nach dem Falle Jerusalems hiehergeführt. Nie hat er dieses freudig auferbaute höchste Haus der bewohnten Welt gegesehen. Nun glühen weiß die Zinnen des Turmes über der in Silber-

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