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Menorah · 1926-01-01 · Heft 1 (Januar 1926) · p. Seite 29

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
4 (1926)
Issue
Heft 1 (Januar 1926)
Article
Der Fall Abel Pann
Date
1926-01-01
Page
Seite 29 (sequence 5)
Language
German
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DER FALL ABEL PANN 29 mit keiner anderen verglichen, sie will für sich genommen sein. Auch damit wird man sich abfinden können. Doch bleibt ein bitterer Nachgeschmack. Wir erinnern uns etwelcher Äußerungen des Jozef Israels über seine Vorgänger und Zeitgenossen, über Rembrandt und Millet. Welch ehrfürchtige, freudige Anerkennung der gleichstrebenden Helfer! Und bei Pann welche — Delikatesse''! Aber zurück zur Sache. Der Künstler berichtet: 1913 gibt Boris Schatz auf dem Ölberg seiner jungen, damals noch unsicheren Begabung das Stichwort. Aber erst 1919 kann er ihm folgen. Seither entsteht Panns Bibel. „Für manches Blatt habe ich bis zwanzig Entwürfe geschaffen, ehe ich befriedigt war. Es ging also nicht sehr leicht vonstatten. Nach Modellen arbeite ich niemals. Alles ist Vorstellung, Phantasie, die vom Gedanken, vom Thema genährt wird. So erlebte ich, daß ich eine Landschaft, eine Figur zeichnete und dann, wenn ich durch eine Landschaft fuhr oder einen besonders typischen Menschen sah, mir sagen mußte: Ich habe sie getroffen! Ich bin wahr gewesen, bin der Natur treu gewesen! Ich habe einmal das Tote Meer gemalt, ohne es je gesehen zu haben, und durfte hören, daß mein Bild mit dem Bild des Toten Meeres übereinstimme. Übrigens war ich, als ich das erstemal nach Jerusalem kam — um 1913 — nicht imstande, die Atmosphäre Palästinas künstlerisch zu nützen, das heißt, in meinen Bildern lebendig zu machen. Als ich dann 1918/19 in New York lebte, war meine Sehnsucht nach Palästina so groß, daß ich dort, in Amerika, die Luft Palästinas atmete und seine Landschaft und seine Menschen sah. Und dort, jenseits des Ozeans, in New York, begann ich auch das Bibelwerk, das ich dann in Jerusalem von 1920 an fortsetzte und das bis heute auf etwa 130 Bilder gediehen ist.44 So weit das Gespräch, das unser Künstler bei seinem letzten Aufenthalte in Wien mit einem Zeitungsmann geführt hat. Es wäre unbillig, von dem Sprecher dieselbe Geistesgegenwart zu verlangen wie von dem Schreiber. Man wird nicht jedes Wort zu strenge nachwägen dürfen. Ja selbst der Ton scheint eher vom Berichterstatter als von dem sonst so sehr bescheidenen Pann zu kommen. Aber im ganzen wird man sich daran halten müssen. Für die Abschätzung dieser Kunst fehlt hier freilich fast das Wichtigste: der strikte Hinweis auf die Herkunft ihrer Form. Denn diese Kunst verleugnet auch heute nicht den Zusammenhang mit der neueren französischen Malerei. Nicht mit der neuesten. In ihrem Wesen dekorativ, läßt sie sich nicht von den größten Zeitgenossen

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