Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 4 (1926)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1926)
- Article
- Die Samaritaner
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 7 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/2912821-2912853-2912855-2916727--02602-2916815- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
DIE SAMARITANER 7 erscheint selbstverständlich. Dazu kam noch der Umstand, daß das samaritanische Gebiet, welches ja in der Mitte Palästinas lag, die politische Vereinigung der südlichen Juden mit ihren nördlichen Genossen fast unmöglich machte. So sah sich denn Johannes Hyrkan I. veranlaßt, gegen sie zu einem vernichtenden Schlage auszuholeii (120). Er eroberte ihre Hauptstadt Sichern und zerstörte ihren Tempel auf dem Berge Gerizim. Von dieser Niederlage haben sich die Samaritaner nicht mehr erholt. Sie waren als politisches Gemeinwesen vollständig vernichtet und sanken zu einer kleinen religiösen Sekte herab, die darauf bedacht blieb, ihrer religiösen Rivalin, der jüdischen Nation, nach Möglichkeit Schaden zuzufügen. Trotz ihrer nunmehrigen Schwäche haben es die Samaritaner dennoch nicht unterlassen, sich von Zeit zu Zeit Ausschreitungen auch gegen die jeweilige Obrigkeit des Landes zuschulden kommen zu lassen. Religiöser Fanatismus mag in den meisten Fällen der treibende Faktor gewesen sein. So sollen sie zur Zeit Alexander des Großen gegen den von ihm über Palästina eingesetzten Statthalter Andromaches eine Verschwörung angezettelt, ihn gefangen genommen und lebendig verbrannt haben. Alexander bestrafte die Häupter der Verschwörung und siedelte Mazedonier in Samaria an. Später erhoben sie sich unter Pilatus. Ein sogenannter Prophet hatte ihnen eingeredet, daß auf dem Berge Gerisim die heiligen Geräte der alten Stiftshütte vergraben wären. Sie rotteten sich nun bewaffnet am Fuße des Berges zusammen. Eine römische Legion schrill ein und richtete ein Blutbad unter den Samarüancrn an. Parocheth dem Aron Hakodesch im Tempel der Samaritaner in Nablus (Die uralte Stickerei zeigt Menorah un.il Altar im Geiste des Tempels) Lassen wir den Samarilanem aber auch a uf de r a n deren Seile Gerechtigkeit widerfahren. Die Geschichte berichtet nämlich auch von Fällen, da die Samaritaner Schlüter an Schuller mit den Juden gegen den gemeinsamen römischen Feind gekämpft haben. Es ist erfreulich, daß dies trotz des religiösen Antagonismus möglich war. Schon unter Nero, als der Krieg in Judäa ausbrach, vergaßen die Samarilaner ihren alten Groll, machten gemeinschaftliche Sache mit den Juden und trugen zu ihren Erfolgen bei. Sie hielten an ihrer Bundestreue auch