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Menorah · 1926-01-01 · Heft 1 (Januar 1926) · p. Seite 6

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
4 (1926)
Issue
Heft 1 (Januar 1926)
Article
Die Samaritaner
Date
1926-01-01
Page
Seite 6 (sequence 2)
Language
German
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6 MENORAH Thora der Samaritaner t'bcrfallc und durch Verleumdungen bei den persischen Beamten viele Jahre den Bau des Tempels. Die entschiedene ablehnende Hallung E s r a s u nd N e Ii c m i a s gegenüber den Samarilanern war um so notwendiger, da sieh inzwischen eine starke Assimilalionspartei unler den Juden gebildel halle, welche die Reinheil des nationalen und religiösen Bestandes des Judentums bedrohte. Viele Anhänger dieser Assimilalionsparlei gingen ofi'en zu den Samarilanern über, deren Führer Sanballat auf dem Berge Gerizim in der Nähe von Sichern einen Tempel erbauen ließ. Diese jüdischen Überläufer beteiligten sich an der religiösen Organisierung der Samarilaner und der von Nehemia aus der jüdischen Gemeinde ausgesloßene Menasse, der Enkel des Hoheprieslers Eljaschib, \ wurde zum Hohepriester des Tempels auf Gerizim ernannt. Aus dem Kanon der heiligen Schrift anerkannten sie lediglich die fünf Bücher Mosis und das Buch Josua, den sie als Ephraimilen verehrten. Die Samaritaner betrachteten sich nämlich als Nachkommen Ephraims. Sowohl im Pentatench als auch im Buch Josua haben die Samaritaner viele Stellen gefälscht. Trotz dieser angeblichen Stammverwandtschaft blieben die Samaritaner die Todfeinde der Juden. Jede Gelegenheit war ihnen recht, gegen die Juden einen Schlag zu führen. Insbesondere suchten sie das religiöse Zentrum der jüdischen Gemeinschaft, den Tempel zu Jerusalem, zu treffen. So drangen sie in den ersten Jahren nach Beginn der gewöhnlichen Zeitrechnung. als Judäa unler der Verwaltung der r ö m i s c h e n P r o k u r a Ii o r e n stand, eines Nachts, am Passahfest, als das Tor des Tempels für die Besucher olfen stand, in den Tempelhof ein und verstreuten dort in den Säulenhallen menschliche Gebeine, um dadurch den Tempel zu entweihen. Allerdings laten sie dies aus Rache über die Zerstörung ihres oben erwähnten Tempels durch H y r k a u I., worüber noch später die Rede sein wird. Die Samaritaner waren es ferner, die gegen den geplanten Wiederaufbau des Te mp e 1 s u n t c r H a d r i a n intrigierten, indem sie. wie einst ihre Vorfahren beim Bau des zweiten Tempels, den Kaiser darauf aufmerksam machten, daß die Wiedererslehung des Heiligtumes zu Jerusalem für das jüdische Volk ein Signal zum Abfall sein würde. Daß sich die Juden diesem ihrem Todfeinde gegenüber, der sich noch dazu durch seinen großen religiösen Fanatismus fortwährend zu Angriffen gegen die Juden bestimmen ließ, nicht passiv verhalten konnten,

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