Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 4 (1926)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1926)
- Article
- Die Samaritaner
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 5 (sequence 1)
- Language
- German
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Die Samaritaner von Hermann Glaser Die Geschichte der Samaritaner bildet in ihrer größeren Hälfte eine Kette schmerzlicher Episoden in den Annalen Israels. Zwischen Heidentum und Judentum schwankend, hat dieses balbhebräische Völkchen, im Herzen Erez Israels wohnend, reichlich Gelegenheit gehabt, den jüdischen Stämmen schweren Schaden zuzufügen. Die Geschichte der Saum rilaner, die selbst, gcschichlsbildend nicht aufgetreten sind, ist denn auch — mit wenigen Ausnahmen — erfüllt von Feindseligkeit und Verrat gegen die Juden und bildet während einiger Jahrhunderte einen Teil der j) a 1 ä s l i n e n s i s e h e n L e i d e n sg e schichte der Juden. Als Mischvolk ihres ureigenen Volkscharakters beraubt, haben die Samaritaner den von ihnen erstrebten Anschluß an die jüdische Nation kaum findeji können und ihre Entwicklung zeigt ohne Höhepunkt einen steligen Abslieg und Verfall. Heute sind sie auf eine kleine Gemeinde in Nablus (dem früheren Sichern) zusammengeschrumpft. Nach der E r o beru n g S a m ar i a s durch den assyrischen König Sargon (722) wurden die entvölkerten israelitischen Städte heidnischen Assyrern. Babyloniern und Aramäern — nach der Sargon-Inschrift. hauptsächlich Gefangenen — als Wohnsitze zugewiesen. Diese neuen Kolonisten vermischten sich mit den Überresten der armen israelitischen Bevölkerung, nahmen viele religiöse brauche und Sillen des Landes an und betrachteten sich als Erben des ehemaligen Reiches Israel. Über die Entstehung der samaritanischen Völkerschaft, sowie über ihre spätere religiöse Hallung erzählt uns das II. Buch der Könige (e. XVII, 24—41). Aus den ersten zwei Jahrhunderlen ist über die Samaritaner sonst nichts bekannt. Erst als die Juden mit Erlaubnis des Perserkönigs Gyrus unter Führung S e r u b a b e I s u n d J e s c h u a s nach Palästina zurückkehren (.>*(>) und an den Wiederaufbau des Tempels schreiten, da melden sich die Snmarilaner und verlangen um Zulassung zur Teilnahme am Bau. Als aber der Rat der jüdischen Volksülleslen diese Forderung der Halbisraelilen ablehnte, ein Beschluß-, der im Augenblicke des Wiederaufbaues einer r e i n e n j ü d i s c h e u G em e i n s c h a f I selbstverständlich erscheint, da erölVnclen die Samaritaner die Feindseligkeilen und störten durch hinterlistige Ein Thoraschreiber der Samaritaner