Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 3 (1925)
- Issue
- Heft 8-9 (August 1925)
- Article
- Vom jüdischen Kolonisationswerk in Erez Israel
- Date
- 1925-08-01
- Page
- Seite 173 (sequence 3)
- Language
- German
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M E N O R A H 173 AUS DER NATIONALFONDSKOLONIF. DAGAN1A! I Deckung des zionistischen Palästinabudgets herangezogen und neben der Förderung der rein landwirtschaftlichen Siedlung auch für Schulen, Straßenbau, Entsumpfung, Häuserbau, Finanzierung von den für das Land wichtigen Industrieunternehmungen, Genossenschaften und Banken verwendet. Durch den systematischen Ausbau, der von opferfreudigen Pionieren der jüdischen Jugend, den Chaluzim, meist auf gemeinwirtschaftlicher Basis begründeten Siedlungen im Emek Jesreel wurde zum erstenmal in der jüdischen Kolonisation Palästinas ein zusammenhängender Block jüdischer Dörfer geschaffen, in dessen Mitte nunmehr eine neue jüdische Stadt „Afuleh" entstehen soll. In allen Nationalfondssiedlungen wird der Boden dem Siedler in Erbpacht auf 30 oder 50 Jahre gegeben, wobei in der Regel die Einzelwirtschaft vorherrscht. Die Siedlungsform des Keren Hajessod ist noch nicht definitiv abgeschlossen. Der Boden ist fast immer Eigentum des Nationalfonds, seine Bearbeitung wird den Siedlern entweder als einer zur gemeinschaftlichen Arbeit zusammengefaßten Gruppe übergeben (Kwuzah) oder in Kleinbauernsiedlungen (Moschaw) jedem Siedler soviel Boden überlassen, als er ohne Inanspruchnahme fremder Arbeitskräfte bearbeiten kann. Diese zionistische Kolonisation im engeren Sinne hat vor allem die Festigung aller jüdischen Positionen in Palästina zum Zwecke. Das größte Verdienst erwarben sich die Träger dieser Kolonisation durch den Entschluß, die Wiedergeburt des jüdischen Volkes, seiner Kultur und Sprache durch die unbeugsame Propaganda für den Hebräismus zu verwirklichen. Die Belebung der hebräischen Sprache, des hebräischen Wortes und Literatur, hat in den letzten Jahren zum vollkommenen Siege geführt und die jüdische Kolonisation Palästinas ist für alle Zeiten mit der Renaissance der Sprache der Bibel verknüpft. BAU EINES CESCI IÄFTSI IAUSES IN TEL AVIV AI DEN NEUEN MEDEUNGEN DES KEP TN 11\JFS.SOD IM EMEK JESREEE III. KOLONISATIONSARBEIT DER PRIVAT¬ INITIATIVE Schon am Ende des 19. Jahrhunderts wurde eine Reihe von Kolonien aus Mitteln einzelner Privatpersonen oder Gesellschaften gegründet, welche sich in der Folge jedoch meist nicht allein erhalten konnten, sondern entweder die Unterstützung des „Barons" oder der zionistischen Fonds in Anspruch nehmen mußten. Niemals aber hätte die Wiederbesiedlung Palästinas durch das jüdische Volk jenen Umfang erreichen können, den sie heute aufweist, wenn nicht Tausende von namenlosen Einzelpersonen unter Hintansetzung ihrer eigenen Existenz den Sprung ins Unbekannte gewragt hätten, wenn nicht Millionen privater Gelder für Bodenkäufe und Kolonisation in das Land geflossen wären. Alle Hindernise überwindend, sind diese Emigranten mit Mut und festem Willen eingewandert und haben insbesondere auf industriellem und handwerklichem Gebiet die ökonomische Situation in Palästina von Grund auf geändert. Auch beim künftigen Aufbau Palästinas wird der Hauptteil der Kolonisationsarbeit in immer steigendem Maße von Einzelpersonen mit Unternehmungsgeist oder privaten Gesellschaften geleistet werden müssen. Die in den Ländern der Galulh von Tag zu Tag wachsende Judennot und die Absperrung der überseeischen Länder vor jeder Einwanderung haben beim jüdischen Kleinunternehmer und Gewerbetreibenden den Entschluß reifen lassen, die Rettung seiner vom Untergang bedrohten Existenz in Palästina zu erstreben. Die ersten Anfänge sehen wir in diesen Tagen, wo bemittelte Kreise der polnischen Judenheit in immer größerem Maße an der Einwanderung teilhaben. Diese Übergangszeit ist, wie gewöhnlich, DIE /EMENT1 ABRIE ,.NESI 1ER" IN HAIFA