Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 3 (1925)
- Issue
- Heft 8-9 (August 1925)
- Article
- Vom jüdischen Kolonisationswerk in Erez Israel
- Date
- 1925-08-01
- Page
- Seite 174 (sequence 4)
- Language
- German
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174 M E N O R A H K , J Dl F. NATIONALFONDSKOLONIE D1LB immer mit vielen mißlichen, ja sogar schädlichen Erscheinungen verbunden. Es ist notwendig, die Privatinitiative, die sich durch den gegenwärtigen Zustand der palästinensischen Gesetzgebung und durch den absoluten Mangel an positiver Förderung seitens der Landesverwaltung, sowie wegen der für den Privaten fast unüberwindlichen Schwierigkeiten bei der landwirtschaftlichen Kolonisation der städtischen Siedlung zuwendet, aufs Land hinauszuweisen. Soll der Boden Erez Israels jüdisch werden, dann müssen alle Kolonisationsfaktoren ihre bisherigen Methoden einer gründlichen Revision unterziehen. Ohne Bereitstellung der benötigten Bodenflächen durch die Landes Verwaltung und ohne eine entsprechende Agrargesetzgebung, die die Entwicklung der Landwirtschaft in jeder Weise zu fördern hätte, kann das Kolonisationswerk kaum konsolidiert werden. Die Segnungen PALMEN ALLEL IN C HULDA (Pflaiminson des J. N. F.) solcher Reformen werden auch dem arabischen Teil der Bevölkerung zugute kommen. — Als erfreuliche Tatsache ist noch zu bemerken, daß nunmehr auch die Agudas Jisroel darangeht, einen großzügigen Kolonisationsplan der Verwirklichung zuzuführen. Große Bodenkäufe und die Gründung mehrerer Kolonien bilden den Auftakt ihrer Arbeit. So kann der reiche sittliche Gehalt der jüdischen Religion und Tradition, der gesunde Gegenwartsinstinkt der Einwanderer, ihre an europäischen Wirtschaftsformen geschulte volkswirtschaftliche Begabung vielleicht noch in unseren Tagen eine geistig und sozial geeinte jüdische Gesellschaft heranwachsen lassen, die vielleicht dazu berufen sein wird, die in Palästina zusammentreffende europäische und asiatische Kultur in friedlicher Zusammenarbeit ausklingen zu lassen. AUS UNSERER HEBRÄISCHEN ANTHOLOGIE CH. K. BIALIK: Lieder im Volkston JVlein goldner Pfau flog forty ja fort Mein goldener Pfau flog fort, ja fort — Wo fliegst du hin, mein Vogel golden? Ich fliege über Meere weil. .. Triffst du meinen Schatz, den holden? Ja! — Will dir ein Briefchen bringen, Wird dir süße Botschaft ^ünc/en; „Hochzeit wird, so Gott es will, Bald nach Chanukah stattfinden ..." (Nachdichtung aus dem Hebräischen von Isaac Schreier.) ABRAHAM BEN JIZCHAK: Zwei Gedichte Heut Nacht wird Sturm deinen Acker durchwühlen Kraft-seufzend werden sich Wälder aufrecken, Felder in fauchender Hitze winden. Und peitschen wird er die Nacktheit der Flüsst, Dünstekeuchend. Heut Nacht —- Wird er an deine Wände sich pressen und stöhnen. Und wirr entrinnen Und johlend wiederkehren, Türen sprengen, deine Kammer durcheilen Und sein heulend Lachen wird dich den flammenden Armen des Traumes entreißen, Seines Fluges Kälte deine brennende Stirn betasten Und wird weiter wirbeln, in die Ferne heulen. Und also liegst du da: Dein Körper schwer und verloren, die Seele glimmend, Offenen Auges und nachtbefangen, In Horchen auf getan, Bis ein junger Tag sich bleich erhebt Und irren Auges die Welt erblickt. Dann bangt ihm all deine wehe Sehnsucht entgegen, Zitternd erhebst du dich Und kenmt deine Seele nicht . . . Denn sieh, Frühling war über dich gegangen Heut Nacht im Sturme. Höh e i t Der Tag welkt in meiner Krone, Schwer wird das Gold meiner Stirn, Meines Kleides Saum überströmt die marmorenen Flie :en. Was braust das Meer im Prunk der Abendirauer. Nacht, komm schweigend. Laß dich zu meinen Füßen nieder auf der Weiße des Marmors, Es trage der Wind dein Haar. Dein Haar ist schwarz. Sieh, es sieigen die Wasser. Sitz nieder. Schweigend, Bis ich sage: Steh auf, singe. (Nachdichtung aus dem Hebräischen Is< Schreier.)